Viele Bewerber wissen: Kontakte und das richtige Business-Netzwerk können den Berufseinstieg erleichtern. Doch Netzwerken kostet auch viel Zeit und Arbeit. Lohnt sich aber auf Dauer. Hier lesen Sie Tipps und Tricks, wie Sie erfolgreich netzwerken.

Quelle: jarmoluk / pixabay.com

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Fachliches Können, gute Noten und Praxiserfahrungen legen den Grundstein für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Doch auch Vitamin B kann den Ausschlag geben – „B“ wie Beziehungen also. Gute Qualifikationen sind natürlich die Grundvoraussetzung, aber gute Kontakte und ein aktives Netzwerk öffnen oftmals die Tür zum Traumjob. Das bestätigen auch einige Studien:

Einer Studie der EU-Kommission zufolge finden etwa ein Drittel der Arbeitnehmer zwischen 16 und 29 Jahren ihre Jobs über persönliche Kontakte. Bei Managern wird dies noch deutlicher: Rund 70 Prozent aller Führungspositionen in Deutschland werden über Beziehungen vergeben. Auch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) konnte nachweisen, dass 40 Prozent aller offenen Stellen über Beziehungen vergeben werden.

Vitamin B kann somit als Karrierebeschleuniger wirken. Daher sollte jeder schon frühzeitig damit beginnen sich ein eigenes Business-Netzwerk aufzubauen. Gerade das Studium ist dafür ein perfekter Anfang. Doch wie bauen Sie sich ein passendes Netzwerk auf?

Grundregeln für das perfekte Netzwerk

Es gibt vier Grundregeln, die Sie beim Netzwerken unbedingt beachten sollten:

  • Ziele festlegen: Zuerst einmal sollten Sie sich fragen, was Sie von Ihren Kontakten erwarten. Wo wollen Sie hin und wie können Ihre Kontakte dabei helfen?
  • Qualität statt Quantität: Es geht nicht darum ein möglichst großes Netzwerk mit vielen losen Kontakten aufzubauen, sondern darum die richtigen Kontakte zu haben. Analysieren Sie, welcher Kontakt Ihnen bei Ihrer Zielerreichung helfen kann und vertiefen Sie diesen!
  • Nicht nur nehmen, sondern auch geben: Die besten Beziehungen basieren auf dem gegenseitigen Nehmen und Geben und darauf auch einmal Gefallen zu tun ohne Gegenleistungen zu erwarten. Fordern Sie also nicht nur von Ihren Kontakten, sondern helfen Sie auch diesen. Sie werden es Ihnen an passender Stelle zurückzahlen!
  • Ausdauernd sein: Kontakte müssen gepflegt werden. Das kann oftmals anstrengend sein und viel Zeit kosten. Doch nur wer seine Kontakte auch vertieft, wird langfristig von diesen Verbindungen profitieren!

Wer passt in Ihr Netzwerk?

Entscheidend ist natürlich auch, wer die richtigen Leute für Ihr Netzwerk sind. Dabei gehören zwei Gruppen von Menschen in Ihr Netzwerk:

  • Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen: Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die sich gerade in einer ähnlichen Lebensphase wie Sie befinden. Das sind z.B. Ihre Kommilitonen im  Studium. Diese haben ähnliche Hintergründe, Interessen und Ziele wie Sie und Sie können sich mit diesen über die Stellensuche, Arbeitgeber oder Karriereerfahrungen austauschen. Sehen Sie diese nicht als Konkurrenz, sondern versuchen Sie von deren Erfahrungen und Fehlern zu lernen!
  • Menschen, die da sind, wo Sie hinwollen: In dieser Gruppe befinden sich potenzielle Mentoren. Dies sind Menschen, die schon über mehrjährige Arbeitserfahrung verfügen und die bereits das erreicht haben, was Sie wollen. Versuchen Sie von deren Insiderwissen und auch deren Business-Netzwerk zu profitieren!

Wo kann ich Netzwerken?

Gelegenheiten zum Netzwerken gibt es viele. Das fängt bereits im Studium an. Suchen Sie nach Kommilitonen, die ähnliche Ziele wie Sie haben, und tauschen Sie sich mit diesen über Ihre Erfahrungen aus. Nutzen Sie auch außercurriculare Veranstaltungen Ihrer Hochschule. Bei Gastvorträgen oder Exkursionen können Sie Menschen kennenlernen, die bereits im Berufsleben stehen und viel von diesen lernen. Perfekt für den Aufbau von Vitamin B sind natürlich auch Praktika oder Werkstudententätigkeiten. Knüpfen Sie dort Kontakte zu Ihren Arbeitskollegen und halten Sie diese auch über Ihre Tätigkeit hinaus. Das kann viele Türen öffnen. Auch Tagungen, Kongresse und Messen sind ideale Netzwerkveranstaltungen, wo Sie sich mit Berufstätigen austauschen können.

Erfolgreich Netzwerken: Die 70-20-10-Formel

Der Social-Media-Berater Mike Sansone hat die 70-20-10-Formel für erfolgreiches Netzwerken entwickelt:

  • 70 Prozent Ihrer Zeit und Ihres Engagements müssen Sie aufwenden, um das Vertrauen Ihrer Kontakte zu gewinnen. Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Vertrauen gewinnen Sie am besten, indem Sie Ihren Kontakten helfen, kleine Gefallen tun und diesen so einen Nutzen stiften.
  • Sobald Sie das Vertrauen gewonnen haben, sollten Sie versuchen Ihren Gegenüber näher kennenzulernen. Fangen Sie an sich für den Menschen zu interessieren. 20 Prozent werden Sie dafür aufbringen müssen die Beziehung zu vertiefen. Es geht aber nicht nur darum, dass Sie Ihren Gegenüber besser kennenlernen, sondern dass vor allem er Sie besser kennenlernt. Öffnen Sie sich, erzählen Sie von sich und zeigen Sie wer Sie sind – aber natürlich ohne zu prahlen!
  • Wenn Sie sich für Ihren Gegenüber engagiert, dessen Vertrauen gewonnen und Sie sich persönlich besser kennengelernt haben, ist eine echte Beziehung entstanden. Erst dann können Sie auch erwarten, dass sich Ihr Gegenüber auch für Sie einsetzt und er seine Ressourcen aufwendet, um Ihnen zu helfen. 90 Prozent müssen Sie also investieren, um die Beziehung aufzubauen, die restlichen 10 Prozent können Sie dann für sich nutzen!

Ein gutes Netzwerk kann Ihnen im Berufsleben viele Türen öffnen, aber Netzwerken bedeutet auch viel Arbeit. Beginnen Sie also am besten so früh wie möglich Kontakte zu knüpfen und diese auch zu pflegen. Bedenken Sie auch, dass eine Beziehung auf Gegenseitigkeit beruht. Nur wenn Sie selbst geben, können Sie dies auch von Ihrem Kontakt erwarten. Wenn Sie sich also entscheiden in Ihr Netzwerk zu investieren, kann Vitamin B auch die entscheidende Zutat für Ihre Karriere sein.

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