Im Rahmen der extracurricularen Vortrags- und Workshop-Reihe „Professional Development Program“ (PDP), begrüßte die European Management School im Oktober den Referenten Herrn Jürgen Kleinknecht aus der Hauptredaktion Neue Medien und Leitung im Bereich Grundsatzfragen vom ZDF. In seinen vier Veranstaltungen zum Thema „Tatort Medien – Vernetzte Angebote und die Entwicklung der Öffentlichkeit“ behandelte er mit den Studierenden die Bedeutung und die Funktion des herkömmlichen Fernsehen in der heutzutage modern vernetzten Welt.

Quelle: Geralt/ pixabay.de

Quelle: Geralt/ pixabay.de

Die Perspektive der Zuschauer und Mediennutzer – Opfer oder Täter?

Die erste Veranstaltung begann mit einer Einführung in die Mediennutzung in Deutschland. Anhand verschiedener Statistiken und Graphen wurde die aktuelle Mediennutzungsdauer von TV, Radio und Internet in Minuten pro Tag und pro Altersgruppe veranschaulicht. Im Jahr 2014 verbrachten Personen der Altersgruppe „über 50“ durchschnittlich rund 300 Minuten vor dem Fernsehgerät – weitaus höher als die Werte der Nutzung von Radio (200), Internet (50) oder weiteren Medien. Zudem wurden die Spezifika von „Medienprodukten“ behandelt. „Medien haben eine „doppelte Wirkung“: zum einen die der Befriedigung individueller Bedürfnisse, und zum anderen besitzen Medien die Wirkung des gesamtgesellschaftlichen Austauschs“, so Kleinknecht.

Neue Medien, neue Netze, neue Technologien – Entwicklungen ohne (Länder-) Grenzen?

In der zweiten Veranstaltung wurde über den Einfluss des Internets und mobiler Endgeräte diskutiert. Statistiken zeigten einen Vergleich der Mediennutzung verschiedener Regionen. Das Balkendiagramm „Netzwerk Nutzung Peak Hours – Stationär“ illustrierte, dass im asiatisch-pazifischen Raum die Prozentzahl des „Filesharing“ (zu deutsch etwa direkte Freigabe von Dateien) im Jahr 2014 mit knapp 40% am höchsten lag, im Vergleich zu den Kontinenten Nordamerika, Europa, Lateinamerika und Afrika. Des Weiteren veranschaulichte das Diagramm „Website Nutzung Peak Hours“ in Nordamerika, dass der „Video-on-Demand“ (VoD) – Anbieter „Netflix“ vor allem in den USA derzeit am meisten genutzt wird, gefolgt von dem US-amerikanischen Videoportal „YouTube“. Aus einer Nutzerbefragung zu den Top 10 VoD – Anbietern in Deutschland resultierte, dass die Mehrheit – mit 33,2% der Bevölkerung – den „Amazon Prime Instant Video“ – Anbieter nutzt. Netflix nutzen nur 8% der Deutschen.

„Mediengesetze“ und der Wert für die Gesellschaft – wer wird schon gerne reguliert?

„Warum eigentlich Regeln?“ – so lautete der Einstieg der vorletzten Veranstaltung von Herrn Kleinknecht. Neben den rechtlichen Regulierungen bezüglich des Rundfunks in Deutschland, wurde das „ZDF-Urteil“ behandelt. Das Bundesverfassungsgericht entschied 2014, dass die Politik zu großen Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe und deshalb der Anteil der staatsnahen Personen in Verwaltungs- und Fernsehrat von damals 44% auf ein Drittel reduziert werden musste.

„Content ist King“ – inhaltliche Perspektiven und Arbeitsfelder für Medienmacher- und Nutzer

Zum Abschluss der Vortragsreihe zeigte Herr Kleinknecht den Studierenden einen Ausschnitt des ZDF-Organigramms. Dieses verschaffte ihnen einen Überblick über die Organisation der Mitarbeiter und den Standorten – im In- und Ausland – des ZDF.

Wir danken Herrn Kleinknecht sehr herzlich für seine interessanten Vorträge an der EMS.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*