Der Streik der Lokführer geht in eine neue Runde. Der Ausstand im Personenverkehr wird von heute, Donnerstag, bis Montagmorgen dauern – die ersten Züge standen bereits ab 02:00Uhr still. Leidtragende sind wieder einmal die Fahrgäste. Nicht verwunderlich ist daher die gemischte Stimmung bei den Fahrgästen – von Wut bis Verständnis. Wie ist Ihre Meinung? Welche Alternative nutzen Sie zur Bahn? Diskutieren Sie mit!

Quelle: RyanMcGuire / pixabay.com

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ZeitOnline beschreibt Claus Weselsky, den Chef der Lokführergewerkschaft GDL,als „durchgeknallten Chef einer Kleingewerkschaft“, der „ein ganzes Land als Geisel nimmt, ohne Rücksicht auf die Fahrgäste und wirtschaftliche Schäden, nur um einem Ego-Machttrip zu frönen“. Ob diese Aussage gerechtfertigt ist oder nicht, möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren, was aber feststeht ist, dass die GDL einen neuen Rekord aufstellt: 109 Stunden Streik! Im laufenden Tarifkonflikt ist es der sechste Streik und der längste seit Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994.

Haben Sie Verständnis für den Bahnstreik?

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Darum streikt die GDL

Die GDL hat ihre Forderungen klar dargestellt – diese sind für die Bahn jedoch schwer zu realisieren. Die Gewerkschaft fordert einerseits fünf Prozent mehr Lohn und eine Arbeitszeitverkürzung um zwei Stunden auf 37 Stunden pro Woche. Zudem sollen künftig maximal fünf Arbeitsschichten in fünf Tagen möglich sein. Bisher ist es üblich, sieben Schichten in sechs Tagen unterzubringen. Ziel der GDL: die Überlastung des Zugpersonals verringern!

Andererseits fordert die GDL, auch das restliche Bahnpersonal vertreten zu dürfen, hierzu zählen Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Instruktoren, Trainer und Disponenten. Diese sind jedoch in der größeren Gewerkschaft EVG organisiert. Aus Sicht der Bahn eine überzogene Forderung. Die Folge wäre, dass konkurrierende Tarifverträge in der gleichen Mitarbeitergruppe entstehen, welche beispielsweise unterschiedliche Arbeitszeiten enthalten. Das Tauschen von Schichten oder das Umsetzen von Dienstplanwünschen wäre dann kaum noch möglich.

Braucht das Land diese „Kleingewerkschaften“, bei denen das Streiken noch richtig weh tut, oder missbraucht hier eine Gewerkschaft ihr Streikrecht auf Kosten der Kunden?

Eindeutig beantworten kann man diese Frage wohl nicht. Festzuhalten ist jedoch, dass die GDL nichts Unrechtes tut. Sie bedient sich eines Grundrechts – des Rechts auf Streik. Dieses Recht steht jeder Gewerkschaft zu, egal für welches Tarifziel sie kämpft. In der Regel wird dieser Konflikt zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft ausgetragen. Dass die GDL in diesem Fall nicht nur gegen den Arbeitgeber Deutsche Bahn, sondern auch gegen die größere Bahngewerkschaft EVG um mehr Macht kämpft, macht den Streit nicht weniger rechtens.

Braucht Deutschland mehr Streiks?

Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI) beweist, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern kaum streikt.

Quelle: Statista/ZeitOnline

Quelle: Statista/ZeitOnline

Im Zeitraum von 2005 bis 2012 fielen in Deutschland im Jahresdurchschnitt pro 1.000 Beschäftigten 16 Arbeitstage durch Arbeitskämpfe aus. Betrachtet man andere Länder, sieht das schon dramatischer aus. In Frankreich waren es beispielsweise 150 Tage, in Kanada 117 und in Dänemark 106 Tage.

Die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage durch Streiks, soll im letzten Jahr sogar noch weiter gesunken sein. Braucht Deutschland mehr Streiks? Sind die Gewerkschaften in Deutschland zu harmlos? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare!

Wie Sie dennoch an Ihr Ziel kommen

Als würde der Streik die Pendler und andere Fahrgäste, die auf die Bahn angewiesen sind, nicht schon hart genug treffen, findet am Wochenende auch noch die Feier zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin statt. Will die GDL der Bahn ihre Macht beweisen? Wie auch immer, die Bahn sorgt vor und versucht, wenigstens ein Drittel der Verbindungen zu retten.
Hierfür hat die Bahn einen Notfallplan aufgestellt. Über diesen können Bahnreisende zwölf Stunden im Voraus prüfen, ob ihr Zug fährt.

Zusätzlich können sich Betroffene über die kostenlose Servicenummer 0800 99 66 33 über Verbindungen informieren. Wenn Sie Ihre Reise schon gebucht haben, Ihr Zug jedoch nicht wie geplant fährt, können Sie Ihre Tickets und Reservierungen im DB Reisezentrum und in DB Agenturen erstatten lassen.
Haben Sie ein Online-Ticket, so können Sie den Preis über www.bahn.de zurückverlangen.
Sollten Sie dennoch nicht auf den Zug verzichten wollen, steht es Ihnen frei, einen späteren und auch höherwertigeren Zug zu nehmen. Zuggebundene Tickets werden aufgehoben, so die Deutsche Bahn.

Wie umgehen Sie den Bahnstreik?

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