Teamfähigkeit gehört zu den meist gesuchten Soft Skills in modernen Unternehmen. Hier erklärt Dr. Lutz Lyding, Dozent für Wirtschaftspsychologie an der EMS und Geschäftsführer von LydingTraining® und LydingSupervision®, wie Sie im Team erfolgreich arbeiten und sich integrieren.

Quelle: skeeze / pixabay.com

Quelle: skeeze / pixabay.com


„Wir suchen einen teamfähigen Mitarbeiter!“ – Dieser Satz taucht in nahezu jeder Stellenanzeige auf. Denn als Mitarbeiter sind Sie Teil einer Gruppe von Menschen, die gemeinsame Unternehmensziele verfolgen. Um Ihre Aufgaben erfolgreich zu erfüllen, müssen Sie oft eng mit Ihren Kollegen zusammenarbeiten. Teamfähigkeit gehört daher mit zu den wichtigsten Soft Skills, da viele Unternehmensziele mittlerweile nur noch gemeinsam realisiert werden können.

Teamarbeit fördert den Unternehmenserfolg

Teamarbeit wird immer dann entscheidend, wenn Aufgaben so komplex werden, dass eine Person sie nicht mehr alleine ausführen kann. Komplex heißt, dass mehrere Perspektiven eingenommen werden müssen, um die Aufgabe lösen zu können. Komplex heißt auch, dass unterschiedliche Fachexpertise für eine Aufgabe gebraucht wird.

Entscheidend für den Unternehmenserfolg in unserer globalisierten Welt ist es heute, diese Komplexität optimal zu managen. Deshalb trägt Teamarbeit entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Teamarbeit ermöglicht, unterschiedliche Kompetenzen gebündelt für eine Aufgabe zu nutzen. Ein Beispiel: Eine Projektgruppe soll ein neues Produkt entwickeln. Ein Team wird zusammengestellt: Ein Manager (für die Steuerung der Gruppe), ein Ingenieur (für die Funktionalität des Produkts), ein Betriebswirt (für das Marketing und den Vertrieb) und ein Designer (für das Produktdesign). Diese Liste könnte weiter fortgesetzt werden. Unternehmen, die hier die richtigen Leute an die richtigen Stellen setzen und dann auch noch in der richtigen Zusammensetzung, werden auch Erfolg haben!

So funktioniert ein Team

Für ein funktionierendes Team ist vor allem eine funktionierende Kommunikation zwischen den Teammitgliedern sehr wichtig. Das kann Vieles einschließen:

  • Man kennt sich (gerne auch privat ein bisschen),
  • man kann sich einschätzen (z.B. heute gut/schlecht drauf),
  • man kennt die gegenseitigen Fähigkeiten und Stärken,
  • man hat eine formelle Struktur
  • und eine informelle Struktur, die Zusammenarbeit erst ermöglicht usw.

– aber vor allem Eines ist entscheidend: Man ist im ständigen Gespräch miteinander, z.B. in regelmäßigen Teammeetings, 2er- oder 3er-Rücksprachen und teamübergreifenden Gruppen. Das verhindert, dass Konflikte groß werden und schließlich das Funktionieren des Teams gefährden.

Das sind die häufigsten Probleme

In der Praxis führen informelle Themen, die die Teamdynamik betreffen, oft zu Widerständen und manchmal auch zu Problemen. Mit informellen Themen meine ich Dinge, die Jedem bewusst sind, über die man aber normalerweise nicht spricht oder nur mit Dritten spricht. Beispiele für solche Dinge sind:

  • Wen mag ich? Wen nicht?
  • Wer hat Macht? Wer ist ohnmächtig/abhängig?
  • Wer ist Insider und wer Außenseiter?
  • Auf wen hört das Team
  • und wen überhören alle?

Die Teamdynamik kann gut kontrolliert werden, wenn das Team professionell begleitet, beraten und geführt wird. Je schwieriger das Aufgabenumfeld des Teams ist und je komplexer die Aufgabe, desto sinnvoller ist hier eine externe Begleitung des Teams, zum Beispiel in Form von monatlicher Teamsupervision. Ein Supervisor kann Punkte offen ansprechen, über die es intern „Sprachverbote“ gibt. Dadurch kommen wichtige Widerstände auf den Tisch und können vom Team konstruktiv bearbeitet werden. Außerdem bietet die Supervision generell die Möglichkeit, die eigene Arbeit (auch fachlich) zu reflektieren. Das ist von Zeit zu Zeit wichtig: Auf das eigene Tun mit Abstand zu schauen – gerade als Team.

So integrieren Sie sich als Berufseinsteiger in ein Team

Mein Rat: Zeigen Sie echtes Interesse und eine positive Einstellung, nicht nur an den Ihnen anvertrauten Aufgaben (Sachebene), sondern vor allem an den Menschen, die Ihnen begegnen (Beziehungsebene). Nehmen Sie am Anfang die Haltung des „Lernenden“, „Hinhörenden“, „Novizen“ ein. Machen Sie nicht den Fehler, den „Studierten“ oder die „Moderne“ sein zu wollen. Warten Sie hier, bis man Sie fragt!

Dr. Lutz Lyding

Dr. Lutz Lyding

Über den Autor: Dr. phil. Lutz Lyding lehrt Wirtschaftspsychologie in den Studiengängen International Culture and Management und General Management an der EMS. Zudem führt er das Trainingsinstitut LydingTraining® und konzipiert maßgeschneiderte psychologische Trainings für Führungskräfte und Mitarbeiter verschiedener Unternehmen. Sein Institut berät seit 2004 Organisationen, Einzelpersonen und Teams in den Bereichen Personalentwicklung und Persönlichkeitskompetenz. Außerdem ist Dr. Lyding Supervisor DGSv* mit eigener Praxis und bietet fortlaufende Einzel-, Gruppen- und Teamsupervisionen zur Reflexion des beruflichen Tuns an!

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*