Planen, Organisieren und Koordinieren sind die typischen Tätigkeiten eines Projektmanagers. Er ist dafür verantwortlich, dass die Projekte eines Unternehmens reibungslos ablaufen. Dabei muss er vor allem eines: Den Überblick bewahren.

Quelle: StartupStockPhotos / pixabay.com

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Das Aufgabenfeld des Projektmanagers ist breitgefächert. Er ist die Schnittstelle zwischen Kunde, dem eigenen Team und etlichen unternehmensinternen Bereichen. Geregelte Arbeitsabläufe gibt es für Projektmanager kaum, da jedes Projekt anders ist und unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt. „Doch genau das ist es, was die Arbeit in solchen Projekten spannend und abwechslungsreich macht“, sagt Dr. Alexander Schlegel während eines Vortrages zu dem Thema „Erfolgsfaktor Projektmanagement“ an der European Management School in Mainz. Dr. Schlegel ist Director Business Development Corporates bei der BHF BANK in Frankfurt und Projektmanagement seine Aufgabe.

Projektmanager in nahezu jeder Branche gefragt

Zuerst wurden Projektmanager in Branchen wie dem Bauwesen, der Informationstechnik oder im Maschinenbau eingesetzt – also Bereichen mit meist besonders langen Projektlaufzeiten. Aber auch in Branchen, die mehr ins Tagesgeschäft eingebunden sind, wie zum Beispiel Banken, werden Projektmanager immer gefragter. „Banken sind kein klassisches produzierendes Unternehmen, ein Projekt muss hier anders angegangen werden – Probleme sind in Banken oftmals nicht auf den ersten Blick erkennbar“, so Dr. Schlegel. Gesucht werden Projektmanager mittlerweile in nahezu jeder Branche – sei es im Eventbereich, in der Softwareentwicklung, dem Marketing oder der Produktentwicklung.

Der Job eines Projektmanagers beginnt meist mit einer einfachen Problemstellung: In einem bestimmten Zeitraum und mit einem begrenztem Budget soll ein vordefiniertes Ziel erreicht werden. Der Projektmanager kümmert sich dann um die Planung und Organisation des Projektablaufs und sorgt dafür, dass alle Beteiligten ihre Arbeitsschritte im Zeitrahmen erledigen. Auch die ständige Kosten- und Terminkontrolle fällt in den Aufgabenbereich des Projektmanagers. Er übernimmt vor allem Koordinierungsaufgaben. Das Fachliche erledigen die Mitarbeiter. Doch mit dem Abschluss des Projekts ist die Arbeit noch lange nicht getan. Auch die Nachbetrachtung und Evaluation ist Aufgabe des Projektmanagers. Er muss nun Feedback sowohl von Kunden als auch den eigenen Mitarbeitern sammeln, um so für anstehende Projekte zu lernen.

Das Erfolgsrezept: Zwischen Projektmokel und Highflyer

„Ein guter Projektplan ist der schwierigste Part im Projektmanagement“, so Dr. Schlegel zu den Herausforderungen eines Projektmanagers. Um ein erfolgreiches Projekt durchzuführen, muss laut Dr. Schlegel der Mittelweg zwischen Projektmokel und Highflyer gefunden werden. Unter der provokanten Bezeichnung Projektmokel ist ein Projektplan zu verstehen, bei welchem nicht richtig definiert wird, was konkret durchgeführt werden soll. Ein Highflyer hingegen ist ein Projektplan mit meist zu ambitionierten Erwartungen.

Projektmanager VorlesungAm wichtigsten ist es, dass der Projektmanager stets den Blick für das große Ganze behält. Projektmanager erhalten meist Druck sowohl von interner als auch externer Seite, das heißt von den Kunden, den eigenen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Der Projektmanager muss all diesen Anforderungen gerecht werden und zwischen den verschiedenen Parteien vermitteln. Dazu braucht es vor allem gute Nerven und die Fähigkeit, sowohl nach unten als auch nach oben kommunizieren zu können. Neben hoher Belastbarkeit, Flexibilität und Kommunikationsbereitschaft muss ein guter Projektmanager auch Führungskompetenzen haben. Denn er muss in der Lage sein seine Mitarbeiter zu motivieren. Auch Kreativität in der Problemlösung und vorausschauendes, analytisches Denken gehören zum Anforderungsprofil.

Projektmanager oft mit wirtschaftlichem Hintergrund

Da es keinen geregelten Ausbildungsweg gibt, ist das Projektmanagement besonders gut für Quereinsteiger geeignet. Oft haben Projektmanager einen wirtschaftlichen Hintergrund oder sind Organisationstalente, die die Rolle des Projektleiters übernehmen. Vorteilhaft sind vor allem zusätzliche Qualifikationen in Projektleitung, Teamarbeit und Organisationsfähigkeit. Auch fachspezifische Studiengänge mit Managementinhalten, wie zum Beispiel Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen, sind gefragt.

„Die Entscheidung, wo man später arbeiten möchte, sollte man nicht in den Vorlesungen treffen, sondern Erfahrungen durch Praktika sammeln“

betont Dr. Schlegel vor allem auch die Bedeutung von Praxiserfahrung für den Berufseinstieg.

Die Karriereleiter: Vom Projektmitarbeiter zum Projektmanager

Auf der Karriereleiter steigt ein Hochschulabsolvent meist als Projektmitarbeiter ein. Der nächste Schritt ist dann die Leitung von Teilprojekten und später das Projektmanagement. Die Zahl der zu betreuenden Projekte und der Mitarbeiter nimmt dabei mit jeder Stufe zu und natürlich steigt mit der Verantwortung auch das Gehalt. Laut der Gehaltsdatenbank Personalmarkt bekommt ein Projektmitarbeiter ein durchschnittliches Jahresgehalt von 46.000 Euro, nach zwei Jahren liegt das Gehalt meist schon bei knapp 63.000 Euro. Ein Projektmanager mit Personalverantwortung verdient bis zu 90.000 Euro jährlich.

Fazit: Ein kontaktfreudiger Mensch mit Organisationstalent und der Fähigkeit, seine Mitmenschen zu motivieren, ist als Projektmanager gut aufgehoben. Die Vielseitigkeit der Anforderungen und die ständig wechselnden Projekte und Teams versprechen einen abwechslungsreichen und spannenden Berufsalltag.

Von Simon Wächter

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