Um komplexe Probleme und Herausforderungen zu lösen gibt es unterschiedliche Methoden. Eine der wohl bekanntesten Methoden ist das Design Thinking. Was hinter dieser Methode steckt und wofür genau Sie sich eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.
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Beim Design Thinking, oder dem erfinderischen Denken, geht es darum, neue Lösungen für komplexe Probleme und Herausforderungen zu finden. Dabei fördert das Design Thinking eine Gruppenarbeit, bei welcher Menschen unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten. Es umfasst sechs klar definierte Prozessschritte die nicht zwangsläufig in einer vorgegebenen Reihenfolge zu durchlaufen sind. Ganz im Gegenteil. Design Thinking bedeutet, iterativ vorzugehen, d.h. zu jederzeit ein oder mehrere Prozessschritte vor und zurück zu gehen, bis man das gewünschte Ergebnis erreicht hat.

Der Design Thinking Prozess

Den Prozess des Design Thinkings kann man in zwei große Blöcke unterteilen. Neben der Analyse des Problems oder der Herausforderung befasst er sich auch mit dem Auffinden einer innovativen Lösung. Jeder dieser Blöcke unterteilt sich wiederum in drei einzelne Prozessschritte.

1. Prozessschritt: Verständigung
Zu Beginn des Design Thinking Prozesses ist es wichtig, alle Teilnehmer auf den gleichen Stand zu bringen. Dazu wird ein gemeinsamen Verständnis entwickelt, was das eigentliche Problem bzw. die eigentliche Herausforderung ist. Hierbei soll das Arbeitsfeld definiert und abgegrenzt werden damit sich das Team auf die wesentlichen Aspekte fokussieren kann.

2. Prozessschritt: Beobachtung
Nachdem zuerst geklärt wurde, mit „was“ man sich beschäftigen möchte, wird diese Herausforderung im nächsten Schritt umfassend erforscht. Wichtig ist hierbei, möglichst umfängliche Informationen einzuholen und viele Erkenntnisse zu sammeln, die im weiteren Verlauf des Prozesses dann verwendet werden können. An dieser Stelle empfiehlt es sich auch, Interviews mit betroffenen Mitarbeitern oder Kunden zu führen, Orte zu besuchen oder Programme und Systeme zu testen um möglichst viele Eindrücke zu sammeln.

3. Prozessschritt: Definition
Die zuvor gesammelten Erkenntnisse und Eindrücke gilt es nun zu konsolidieren. Ziel des dritten Schrittes ist es, das Kernproblem herauszustellen, welches gelöst werden soll. Um die Beschreibung des Problems so konkret wie möglich zu halten ist es hilfreich, eine fiktive Situation oder Person zu beschreiben. An dieser kann das Problem anschaulicher dargestellt werden.

4. Prozessschritt: Ideen
Im Design Thinking sind kreative Köpfe gefragt, welche an dieser Stelle zum Einsatz kommen. Im vierten Prozessschritt geht es darum, so viele Lösungsansätze wie möglich zu sammeln. Besonders hilfreich ist es, wenn diese auf Zettel geschrieben oder gemalt werden und diese dann an der Wand gesammelt werden. Es ist zwingend erforderlich, dass Sie alle aufkommenden Ideen zulassen. Jeder noch so kleine Hinweis kann später zur perfekten Lösung verhelfen.

5. Prozessschritt: Die Prototypen
Im vorletzten Schritt werden die gesammelten Lösungsansätze auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Dabei sollen die Lösungen miteinander kombiniert werden um die perfekte Lösung zu finden. Damit die Ideen direkt getestet werden können, sollten Prototypen erstellt werden. Hilfreich ist es auch, gleich mehrere Prototypen mit unterschiedlichen Lösungsansätzen zu entwickeln. So können diese im Anschluss miteinander verglichen werden und die Ideen ggf. nochmal konsolidiert werden.

6. Prozessschritt: Das Testen
Ihre entworfenen Prototypen werden nun getestet. Und zwar nicht von denen, die Sie erstellt haben, sondern von denen für die Sie gemacht sind. Die Mitarbeiter die täglich mit dem Problem oder der Herausforderung konfrontiert sind, sollten diese testen und bewerten. Es zeigt sich schnell, ob die Idee hilft und angewendet werden kann.

Problemlösung mit Design Thinking

Der beschriebene Prozess klingt an dieser Stelle vermutlich etwas abgehoben. Dennoch kann dieser nicht nur in großen Konzernen angewendet werden, sondern auch bspw. im Studium. Eine Problemstellung die im Rahmen einer Hausarbeit erarbeitet werden soll, kann mit dem Design Thinking Prozess erörtert werden. Folgen Sie dazu den oben beschriebenen Prozessen und passen Sie diese auf Ihre Anforderungen an.

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