Für ungeübte Europäer ist die Müllabfuhr in Taiwan ein Erlebnis. Vor allem die Müllabfuhr folgt einem komplett anderen System. Hier lest Ihr, wie Ihr in Taiwan Euren Müll losbekommt und was Beethoven damit zu tun hat.

4602797933_7082dc629d_zDie Müllabfuhr ist eines der Highlights in den ersten Wochen des taiwanesischen Alltagslebens. Eine direkte Müllsteuer gibt es hier nicht, wird aber indirekt durch extrem hochpreisige, offizielle Mülltüten vom Staat erhoben. Diese sind trotzdem nur für den Restmüll notwendig, nicht so aber für Flaschen und Dosen (welche hier kein Pfand haben), Papier oder Biomüll. Recycling wird bei den Taiwanesen groß geschrieben! Selbst öffentliche Mülleimer, haben zwei Fächer: Eines für Recycling und das andere für Restmüll.

Der Müllwagen spielt Beethoven

Zurück aber zur Müllabfuhr: Wenn man den Müll erfolgreich auf dem Balkon gesammelt und (hoffentlich) richtig getrennt hat, entwickelt sich dieser allerdings bei den hohen Temperaturen hier vor Ort schnell zur Fruchtfliegenzuchtstation. Die Entsorgung ist hier aber nicht so einfach: Jedes Viertel in Taipei hat nämlich eine gewisse Uhrzeit, zu der der Müllwagen kommt. Und das fünf Tage die Woche. Sollte man die Uhrzeit allerdings nicht beachten, ist das halb so schlimm:, Der Müllwagen macht nämlich durch das fünfminütige Abspielen von Beethovens Neunter Symphonie in voller Lautstärke auf sich aufmerksam. Dieser bzw. drei davon halten dann auf einer großen Kreuzung und von ringsherum sprinten Anwohner mit dem geschulterten Müllbeutel auf diesen zentralen Punkt des Recyclingevents. Doch auch wenn man es bis hier geschafft hat braucht es noch mindestens drei Anläufe bis man weiß, wo denn jetzt welche Tüte genau hin soll. Restmüll kommt in einen der drei Müllwagen, an dem sich jeder, ganz nach taiwanesischem Benimm hintereinander aufreiht, bevor der Müllmann die Authentizität der Mülltüte prüft und die finale Entsorgung freigibt. Die zuvor akribisch getrennten Papier-, Flaschen- und Biotüten landen andererseits auf einem Haufen in der gegenüberliegenden Kreuzungsecke und werden daraufhin von drei bis vier Müllfrauen auf die übrigen zwei Lastwagen verteilt. Dann ist es geschafft!

In anderen Städten gibt es wiederum ein zweites System Dort spielt der Müllwagen durchgehend Beethoven und fährt im Schritttempo durch sein Viertel. Die Anwohner werfen ihren Müll einfach in den vorbeifahrenden Lastwagen. Als Europäer muss man sich natürlich erst einmal an diese Art der Müllabfuhr gewöhnen. Auf Dauer habe ich persönlich die Müllentsorgung allerdings als etwas anstrengend empfunden. Auf jeden Fall war sie aber ein spannender Einblick in die taiwanesische Alltagskultur und ein riesiges Erlebnis.

Taxi ride

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