Wochenendausflug mit den Pferden am Strand von AramoanaBevor ich nach Neuseeland geflogen bin, haben mir alle gesagt, dass die Zeit so schnell vorbei geht. Ich habe das immer angezweifelt, denn immerhin ist ein halbes Jahr ein halbes Jahr. Allerdings weiß ich mittlerweile, dass alle Recht hatten – so ein Auslandssemester am absolut schönsten Ende der Welt geht unglaublich schnell vorbei.

Research in der BibliothekIn zwei Wochen beginnt die Klausurenphase, alle Hausarbeiten sind geschrieben und es steht nur noch eine Präsentation an.

Wenn man die Kurse belegt wie ich sie belegt habe, dann steht an der University of Otago viel selbstständige Arbeit an und das bedeutet unendlich viele und umfangreiche Projekte mit Hausarbeiten, Präsentationen und Tests. Als ich mir am Anfang des Semesters eine Liste mit all diesen Assignments (=Hausarbeiten) gemacht habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich so schnell so vieles streichen kann – und plötzlich stehen da nur noch die drei Klausuren die im Oktober auf mich warten. Die Zeit verfliegt hier trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen selbständigen Arbeit.

Es ist schon ein komisches Gefühl, wie sehr ich mich in ein solch fremdes Land verlieben konnte, aber Neuseeland ist ein Land, indem man einfach man selbst sein kann.
Als ich das stressige, zielorientierte Deutschland verlassen habe und in dem total entspannten Neuseeland ankam, hat sich innerhalb weniger Wochen meine Persönlichkeit um einiges weiterentwickelt. Hier habe ich gelernt, dass die Freude am Leben das Wichtigste ist und dass man sich keinesfalls unter Druck setzen lassen sollte. Mottotag im Wohnheim_Kostüme mit dem Anfangsbuchstaben des Vornamens
Menschliche Beziehungen werden in Neuseeland großgeschrieben, denn man wird hier so herzlich empfangen und findet Freunde fürs Leben die man am liebsten nie wieder verlassen würde.

In sechs Wochen verlasse ich nun diese Stadt, die für fünf Monate mein zuhause war und gehe auf Reisen. Natürlich fragt man sich da wohin mit all den Sachen, die sich über diese Zeit angesammelt haben. Mir blieb da nur einen Ausweg: Ein Paket nach Deutschland zu schicken, beziehungsweise zwei.
Es ist nicht gerade ein billiger Spaß, Pakete mit persönlichem Inhalt einmal um die Welt zu schicken, aber wenn man wie ich noch so viel reist, ist es gut einen leeren Koffer zu haben. Da die University of Otago hier sowieso alles unterstützt, macht sie das natürlich auch, wenn eine verzweifelte Studentin etliche Kilo nach Deutschland schicken will. Daher gibt es für Studenten ein Uni Post Office, welches günstigere Preise als die normale NZ Post anbietet. Das 1. Paket
Die erste Kiste ist nun auf ihrem Weg nach Mainz und es fühlt sich sehr seltsam an, so langsam die Zelte in Dunedin abzubrechen. Auch wenn ich hier meinen Alltag lebe, möchte ich nicht zurück in den deutschen Alltag, da dieser wieder ziemlich zielorientiert aussehen wird. Ich werde aber alles versuchen um die neuseeländische Mentalität mit nach Deutschland zu nehmen, denn eins bekommt man hier definitiv nicht und das ist ein Burnout.
Mt. Cook

IMG_2744Zur Person: Madeleine Hüttner studiert an der European Management School in Mainz International Culture and Management. Sie absolviert ein Auslandssemester in Neuseeland und berichtet uns von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

 

 

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