WOW! Nur noch sieben Wochen bleiben mir und dann geht es schon wieder zurück nach Deutschland. Unfassbar wie die Zeit rennt. Zu Beginn meines kleinen Abenteuers hier in Südamerika kam es mir vor als würde die Zeit überhaupt nicht vergehen, doch jetzt sitzt man da, plant seine weiteren Ausflüge und muss realisieren, dass nicht mehr wirklich viel Zeit bleibt.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich nach einem elendig langen Flug von circa 17 Stunden und einer Reisedauer von 23 Stunden endlich in Lima gelandet bin. Es war Mitternacht und ich wurde glücklicherweise von einer Freundin abgeholt, die mich dann in mein neues Zuhause brachte.

Anfangszeit

Lima Miriam Hofmann

Quelle: Miriam Hofmann

Die ersten Wochen waren schwer, trotz intensiver Recherche, hatte ich schlussendlich nicht das Gefühl mich gut genug auf die Kulturunterschiede vorbereitet gehabt zu haben. Die schlechte Luft, der chaotische und wirklich gefährliche Verkehr und Heimweh machten mir schwer zu schaffen. Doch wie in unzähligen Vorlesungen in Deutschland gelernt, geht auch die Phase des Kulturschockes irgendwann vorbei und man wird es wahrscheinlich gar nicht erst merken. Denn man ist so damit beschäftigt seine Zeit mit neuen Freunden und Ausflügen zu genießen, dass man völlig vergisst, was einen zu anfangs belastet hat.
Tipp: Lest Erfahrungsberichte, informiert euch gut, aber seid darauf gefasst, dass nicht alles so sein wird wie im Internet beschrieben und reagiert flexibel auf wohlmögliche Änderungen.

Wohnen

Ich wohne in einem kleinen Stadtteil von Lima der sich Sol de la Molina nennt und nur 15 Minuten von der Universität entfernt liegt. Der Name ist wirklich passend, denn wir sind von hohen Bergen umgeben, die es der Wolkenfront schwer macht hinüber zu kommen und daher ist dieser Stadtteil der sonnigste in ganz Lima. Ich wohne auf einem wunderschönen Grundstück mit meinen Vermietern und drei weiteren internationalen Studentinnen (Deutschland, Panama und USA) zusammen. Dazu kommen noch vier Hunde, die wirklich liebenswert sind. Im Großen und Ganzen weiss ich, dass die meisten internationalen Studenten auch in Wohngemeinschaften zusammenleben und es daher auch mal zu Streitigkeiten kommen kann. Der begehrteste Stadtteil zum wohnen ist Miraflores, welcher wirklich modern, sicher und direkt am Meer gelegen ist. Leider liegt er am anderen Ende der Stadt und die Studenten brauchen morgens in der Regel 1,5 Stunden in die Uni. Da hab ich es doch mit meiner Wohnung wirklich gut erwischt!
Tipp: Informiert euch in erster Linie über die Sicherheit der Stadtviertel und konzentriert euch dann auf die Entfernung zur Uni. Auf jeden Fall den Verkehr berücksichtigen, denn dieser beeinflusst eure Fahrtzeit erheblich.

Leben

Mein Leben in der Hauptstadt Perus besteht hauptsächlich aus Universität, Ausflügen und Treffen mit Freunden.
In der Universität fühle ich mich wohl, die Leute sind nett und aufgeschlossen, auch wenn ich als blonde Deutsche mit grünen Augen etwas aus dem Muster falle. Die Kurse (ich habe ausschließlich englischsprachige) sind wirklich gut zu meistern. Sie sind beherrscht von Gruppenarbeiten, die es uns leicht machen neue Leute kennen zu lernen und dich jedes Mal vor neue Herausforderungen stellen. Seien es sprachliche oder interkulturelle Barrieren die zu überwinden sind, letztendlich schafft man es dann doch auf einen Nenner zu kommen.
Die Freizeit verbringt man selten allein, seien es Ausflüge, Ausgehen mit Freunden oder dann doch nur das Beisammensitzen mit den Mitbewohnerinnen.
Wichtig wenn es um Verabredungen geht, macht euch bewusst, dass ihr in Südamerika seid! Hier ist alles entspannter, keiner macht sich Stress, auch dann nicht wenn er oder sie bereits über eine Stunde zu spät ist.
Tipp: Teilt euch die Zeit fuer Ausflüge und Unternehmungen gut ein, denn sie vergeht schneller als gedacht.

Fazit

Lima 2 Miriam

Quelle: Miriam Hofmann

Man lernt bei einem Auslandsaufenthalt einfach auf sich gestellt zu sein und in meinem Fall merkt man, dass man sich durchaus auch auf sich selbst verlassen kann. Man lernt mit all den kleinen Hindernissen umzugehen und daran zu wachsen. Ich kann ein Auslandssemester nur empfehlen, denn es bringt einen nicht nur fachlich sondern auch menschlich weiter.


Zur Person:
Miriam Hofmann studiert an der European Management School in Mainz International Culture and Management. Sie absolviert ein Auslandssemester in Peru und berichtet uns von ihren Eindrücken und Erfahrungen.

 

 

Dieser Artikel hat 7 Kommenatre

  1. Beatrice Deslignes

    Hallo Miriam,
    vielen Dank für diesen tollen Erfahrungsbericht! Ich werde ab August in Lima studieren und bin noch auf der Suche nach einer Wohnung. Wie bist du denn auf deine Wohnung gekommen? Die Lage hört sich wirklich sehr gut an.

    Viele Grüße,
    Beatrice

    • Hallo Beatrice,

      ich würde an deiner Stelle zuerst einmal die Universität um Rat fragen, oftmals haben diese Unterkunftsmöglichkeiten für ihre internationalen Studenten. Ich habe das damals auch so gemacht und eine Liste mit Unterkünften bekommen, aus der ich dann ausgesucht habe. Wenn Dich mein Bild und meine Beschreibung sehr überzeugt haben kannst Du auch gerne direkt bei meinen damaligen Vermietern anfragen. Die Unterkunft nennt sich „Mi casa es tu casa“ und ist hier in Facebook auffindbar: https://www.facebook.com/groups/111306912238552/photos/?qsefr=1
      Bei weiteren Fragen helfe ich gerne weiter!

  2. Hi, schon zwei Jahre her – ließt du noch mit? 🙂

  3. Hi Kim, dass ist ja super. Mich würde das Niveau der Universität interessieren, ich habe in einem anderen Erfahrungsbericht gelesen, dass es schwer ist gute Noten zu kriegen (Ist auch nicht das Ziel dort, sondern bestehen) – könnt ihr dazu etwas sagen? Ich würde mir ungern meinen Schnitt versauen.

    Weiter würde mich interessieren, wie man am besten den Flug Buchen sollte. One Way kostet ja genausoviel wie Hin und Zurück, aber der Rückflug lässt sich ja bei einem Zeitraum von 6 Monaten + Reisen danach, ja schwer bestimmen, bzw schwer bei den Fluggesellschaften umsetzen oder? Habe da leider wenig Erfahrung mit.

    Und die letzte Frage: Wie schlimm war es mit der “Sicherheit“, lese da sehr viel verschiedenesverschiedene, in einem Bericht hieß es, möglichst ohne Uhren und Smartphones rumlaufen. :/

    Bedanke mich schonmal im voraus. 🙂

    Liebe Grüße
    Bilal

    • Hallo Bilal,

      ich war selbst in Südkorea im Auslandssemester und kann Dir leider deshalb keine genaueren Informationen über die Universität in Lima geben. Allerdings ist ein Auslandssemester in der Regel machbar, denn die Professoren und Dozenten wissen ja meist, dass Ihr aus dem Ausland kommt und neben Studium auch viele andere Dinge unternehmen möchtet und auch die Kultur kennenlernt. Die Lernweise unterscheidet sich manchmal etwas im Umfang der Aufgaben während des Semesters aber ich denke, dass das alles in einem machbaren Bereich liegt.

      Ich habe meinen Flug nach Korea über Google Flights bzw. Skyscanner.com gebucht und kann es nur empfehlen! Ich bin mit Asiana geflogen und konnte sogar meinen Flug 2x kostenlos umbuchen, und durfte 2 Gepäckstücke à 32KG mitnehmen obwohl ich weniger als die hälfte meiner Kommilitonen für meine Flüge bezahlt habe. Bevor Du buchst, würde ich mich deshalb an Deiner Stelle schon mit der Fluggesellschaft in Verbindung setzen und solche Kleinigkeiten besprechen.

      Jedes Jahr gehen viele Studis von uns nach Lima und bisher ist es allen gut ergangen und es hat allen gut gefallen. Mit Sicherheit muss man etwas mehr aufpassen als bei uns, aber wenn Du wirklich dort hin möchtest, würde ich mich davon nicht abschrecken lassen. Dies kannst Du bestimmt auch nochmal mit Deinem Betreuer an Deiner Heim-Uni besprechen, der für die Auslandssemester verantwortlich ist. Diejenige Person kann Dir bestimmt einige Tipps und Tricks geben und darauf kannst Du eventuell Deine Entscheidung auch besser basieren.

      Ich hoffe meine Antwort konnte Dir weiterhelfen!
      Liebe Grüße,
      Kim

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