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Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) präsentiert eindeutige Zahlen: Wieder einmal ist die Zahl der im Ausland studierenden Deutschen gestiegen, 2014 waren rund 139.000 Studenten mit deutscher Staatsangehörigkeit in Vorlesungssälen außerhalb des Heimatlandes zu finden. Der Trend wird von den meisten Fachleuten positiv bewertet, denn durch die Auslandsaufenthalte wird es den Studierenden vereinfacht, auch in globalen Maßstäben zu denken und zu handeln – was nicht nur aus ökonomischer Sicht wichtig sein dürfte. Auch die Verantwortung für unseren Planeten endet nicht an den Landesgrenzen. Problematisch ist indes häufig die Finanzierung, wer außerhalb der Europäischen Union studiert, kann beispielsweise nicht mehr am günstigen ERASMUS-Programm teilnehmen. Neben hohen Studiengebühren und zum Teil üppigen Lebenshaltungskosten sind es auch hohe Kosten für Auslandsüberweisungen, die das Studieren fernab der Heimat zur finanziellen Belastung werden lassen. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Geld und Kreditkarte einmal verloren gehen?

Was tun bei Kreditkartenverlust?

Wer als Student im Ausland unterwegs ist, verfügt zumeist nur über sehr begrenzte finanzielle Mittel. Um an das Bargeld zu gelangen, wird üblicherweise eine Kreditkarte verwendet. Insbesondere wer sich nur kurzzeitig im Ausland aufhält und weiterhin auch sein deutsches Konto zugreift, wird keine andere Möglichkeit haben, an Bargeld zu gelangen – die konventionelle EC-Karte kann außerhalb Europas nicht gelesen werden. Umso gravierender sind die Folgen, wenn das restliche Bargeld ebenso wie die Kreditkarte einmal verloren geht.

Sofortige Sperrung notwendig

Zunächst sollte die betreffende Karte sofort gesperrt werden. Notwendig ist dafür entweder die IBAN oder die Kontonummer samt BLZ. Aus dem Ausland kann der Sperrnotruf unter +49 116 116 jederzeit erreicht werden. Wer seine Karte nachts sperren möchte, kann zwar nicht davon ausgehen, dass auch eine augenblickliche Sperrung stattfindet; allerdings ist ein möglicher Missbrauch ab dem Zeitpunkt der Sperrmeldung versichert. Kommt es also zu einer Abbuchung, wird diese zurückerstattet. Ebenso ist es natürlich sinnvoll, ein Fundbüro aufzusuchen und den Diebstahl der Polizei zu melden. Letzteres ist übrigens insbesondere in Deutschland ratsam, weil hier eine KUNO-Sperrmeldung herausgegeben werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, dass die Karte mit sofortiger Wirkung nicht mehr akzeptiert wird. Dadurch kann nicht einmal mehr mit Unterschrift gezahlt werden – ein beliebtes Mittel von Betrügern, die den PIN in der Regel nicht kennen.

Startup vereinfacht internationale Geldtransfer

Für die betreffenden Studenten ist damit zwar die Problematik eines möglichen Missbrauchs gelöst, die notwendige Finanzierung des Lebensunterhaltes ist natürlich weiterhin fraglich. Denn ohne weiteres ist es nicht möglich, Bargeld zu versenden. Selbst wenn im Ausland ein Konto vorhanden ist, ist die Überweisung mit hohen Gebühren verbunden. Untersuchungen zeigen, dass durchschnittlich mehr als 12 % des Überweisungsbetrages an Gebühren geleistet werden müssen, bevor das Geld seinen Besitzer wechselt. Außerdem nimmt dieser Vorgang durchaus einige Tage in Anspruch, denn anders als bei Geldtransfers innerhalb der Europäischen Union sind die Banken nicht an vorgegebene Fristen gebunden. Je nach Region ist es denkbar, dass sogar einige Wochen vergehen, ehe der Empfänger das Geld erhält – für einen Studentenurlaub ist dies natürlich kaum akzeptabel. Ein irisches Startup namens Azimo scheint daran nun etwas ändern zu wollen. Die Besonderheit liegt in der einfachen und schnellen Abwicklung, die gänzlich online erfolgen kann. Außerdem ist eine Überweisung nicht nur auf ein ausländisches Konto möglich – auch Barauszahlungen am Empfängerort stehen je nach Land zur Wahl. Dafür fungieren Banken oder Postämter als Ausgabestelle; die Abholung ist zumeist umgehend möglich. Ein weiterer Vorzug besteht darin, dass die Gebühren gering ausfallen und als Pauschalbetrag berechnet werden und damit insbesondere größere Beträge begünstigen. Am Ende zeigt sich also, dass es bei einem plötzlichen Geldmangel durchaus Mittel und Wege gibt – so ärgerlich der Verlust eine Kreditkarte ist, nicht in jedem Fall ist das Missgeschick mit einem Abbruch der Studentenreise verbunden.

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