Passwort-Manager sind seit den jüngsten Ereignissen in aller Munde. Sie sollen Internetnutzern dabei helfen, sichere Passwörter zu entwickeln, diese (sicher) zu hinterlegen und weitere Informationen wie Software-Lizenzen oder Bankdaten abrufbar zu machen. Was die Passwort-Manager bewirken und welche wir Ihnen empfehlen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schwere Sicherheitslücke in Verschlüsselungs-Software

Quelle: stevepb / pixabay.com

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Überblick der Passwort-Manager[/caption]OpenSSL zählt zu den meistgenutzten Verschlüsselungs-Softwaren. Wie jetzt bekannt wurde enthält diese jedoch eine weitreichende Sicherheitslücke, welche es Hackern ermöglicht Daten auszulesen und abzugreifen. Den Betreiber von betroffenen Webseiten steht bereits ein Update zur Verfügung, welches das Sicherheitsleck schließt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Schwachstelle als kritisch eingestuft.

Die SSL-Verschlüsselung gilt als besonders sicher und soll Daten beim Transport über das Internet vor Ausspähung und Diebstahl schützen. Dazu werden die Daten vor dem Senden mit einem privaten Schlüssel des Absenders verschlüsselt und sind dann für einen Angreifer unlesbar. Nur der berechtigte Empfänger kann die Daten mit einem weiteren Schlüssel wieder lesbar machen. Die schwerwiegende Sicherheitslücke in OpenSSL erlaubte Angreifern jedoch, den privaten Schlüssel zu stehlen.

Ob auch der Internetdienst betroffen ist, welchen Sie oft nutzen, können Sie jetzt mit einem einfachen Test herausfinden. Aktuell stehen den Internetnutzern zwei Webseiten zur Verfügung um Onlineanbieter auf eventuelle Sicherheitslücken zu überprüfen. Diese erreichen Sie unter den Adressen http://filippo.io/Heartbleed/ und possible.lv/tools/hb.

Passwort-Manager behalten den Durchblick

Es ist durchaus ratsam für jeden Dienst ein anderes Passwort zu wählen, das aus mindestens acht (besser zehn) Zeichen besteht. Die Kennwörter sollten zudem Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen enthalten.

Passwort-Manager helfen Ihnen dabei, bei der Flut an Passwörtern nicht den Überblick zu verlieren. Diese Programme bewahren Ihre Passwörter verschlüsselt auf. Der Nutzer muss sich nur noch ein einziges, das sogenannte Master-Passwort, merken um den Bestand an Passwörtern wieder einsehen zu können.

Wie auch in vielen anderen Bereichen stehen dem Benutzer zahlreiche Passwort-Manager zur Verfügung. Nicht alle sind jedoch leicht zu bedienen, auf unterschiedlichen Geräten nutzbar oder mit praktischen Features ausgestattet.

Passwort-Manager im Überblick

KeePass Password Safe

KeePass Passwort-Manager

KeePass Passwort-Manager

Dieser Passwort-Manager ist besonders für Windows-Nutzer geeignet. Er ist verfügbar ab Windows-XP und gänzlich kostenfrei. Neben der Möglichkeit, einfach und sicher alle Passwörter zu verwalten, bietet das Programm auch die Möglichkeit eines Passwort-Generators. Mit dessen Hilfe kann man mit einem Mausklick sichere Passwörter erstellen.

KeePass verschlüsselt die eigenen Passwörter mittels ES- und Twofish-Algorithmen. Um auf die Passwörter zugreifen zu können, ist dank dieses Passwort-Managers nur noch ein „Master-Passwort“ erforderlich, um auf das Programm zugreifen zu können.

Nachteil: Das Programm bietet leider nicht die Möglichkeit, die gespeicherten Passwörter mit dem Smartphone/ Tablet zu synchronisieren. Wer darauf verzichten kann, ist mit diesem kostenfreien Passwort-Manager allerdings bestens bedient.

Last-Pass – Der Allrounder unter den Passwort-Managern

LastPass - Passwort Manager

LastPass – Passwort Manager

Dieses Browser Add-On ermöglicht es dem Benutzer, alle Online-Passwörter mit nur einem Mausklick zu speichern. Last-Pass ist sowohl für Windows, als auch für Apple-PC’s erhältlich.
Ruft man, nach Installation des Add-Ons, eine Website auf, auf der man sich anmelden muss, so kann man die Anmeldedaten automatisch im Passwort-Manager speichern. Bei einem erneuten Aufrufen der Seite, kann man problemlos wieder auf die Anmeldedaten zugreifen (unter Eingabe des Master-Passwortes).

Doch Last-Pass merkt und verschlüsselt nicht nur Anmeldedaten. Auch ganze Formulare, beispielsweise auf Buchungsportalen, merkt sich das Programm nach einem einfachen Mausklick.Das Programm ist kostenlos.

Nachteil: Die Passwörter können nur lokal am Rechner abgerufen werden. Um die gespeicherten Passwörter von überall abrufen zu können, ist die Premium Version des Passwort-Managers erforderlich. Diese kostet, nach einer 14-tägigen Testphase, 0,72€ pro Monat.

1Password – Bietet den meisten Umfang

1Password - Passwort-Manager

1Password – Passwort-Manager

Der Passwort-Manager 1Password ist ähnlich aufgebaut wie Last-Pass. Auch er ist sowohl für Windows als auch für Apple PC’s verfügbar, bietet einen Passwort-Generator und verfügt über eine Smartphone App.

Zusätzlich zu den bereits vorgestellten Passwort-Managern, lassen sich in 1Password allerdings auch Software-Lizenzen, Bankverbindungen oder Kreditkarteninformationen hinterlegen.

Dieser erweiterte Umfang kostet natürlich Geld. Und das nicht zu wenig! Für die Windows und Apple PC Anwendungen werden 50 Dollar (circa 36 Euro), für die Smartphone App 18 Dollar (etwa 13 Euro) fällig.

Fazit – KeePass ist mein favorisierter Passwort-Manager

Für mich ist KeePass der beste Begleiter wenn es um die Sicherheit und das Merken der eigenen Passwörter geht. Er ist kostenlos und verfügt über die nötigen Funktionen.
Wer jedoch auf einen größeren Umfang, eine noch einfachere Bedienung und eine Smartphone App nicht verzichten kann, für den ist die Premium Version von LastPass das richtige.

Prinzipiell bleibt zu sagen, dass Passwort-Manager eine große Hilfe darstellen und für mich nicht mehr wegzudenken sind. In einer Online-Welt, in der man sich auf so vielen Seiten anmelden muss, kann man sich nicht alle Passwörter behalten. Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen, dass man tunlichst darauf verzichten sollte, für jeden Account das selbe Passwort zu benutzen.

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