Arbeiten unter Palmen – das erwarten viele von einem Job in der Tourismusbranche. Doch wie ist es wirklich? Welche Jobchancen bietet der Tourismus und welche Fähigkeiten muss ein Bewerber mitbringen? Das erklärt Prof. Dr. Florian Hummel, Dekan für Tourismusmanagement an der European Management School.

Quelle: EdiNugraha / pixabay.com

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Die Tourismusbranche gilt als einer der größten Arbeitgeber weltweit. In Deutschland allein sind 2,9 Millionen Personen im Tourismus beschäftigt. Damit ist die Branche nach dem Handel der zweitgrößte Dienstleistungssektor in Deutschland. Und das Wachstum geht weiter: Allein die Deutschen verbrachten im Jahr 2014 insgesamt 1,6 Milliarden Reisetage. Das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr (BTW-Tourismusindex Winter 2014/15). Mit dem Branchenwachstum steigt auch die Nachfrage nach hochqualifizierten Nachwuchskräften. Das macht die Tourismusbranche derzeit zu einem vielversprechenden Berufsfeld mit guten Jobperspektiven.

Quelle: BTW Tourismusindex

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Vielfältige Berufschancen im Tourismus

So heterogen wie die Tourismusbranche ist, so vielfältig sind auch die Berufschancen und -wege, welche die Branche bietet. Potenzielle Arbeitgeber sind zum Beispiel Reiseveranstalter, Destinationen, Hotels und Gastronomiebetriebe, Airlines sowie Reisebus- und Mietwagen-Unternehmen. Viele Tourismusberufe (z.B. Reiseverkehrskaufleute, Hotelfachleute oder Veranstaltungskaufleute) sind über betriebliche oder schulische Ausbildung zu erreichen. Wer allerdings eine leitende Position, zum Beispiel bei einer internationalen Hotelkette, anstrebt braucht ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Tourismusstudium wird immer wichtiger

So ist seit einigen Jahren eine zunehmende Akademisierung in der Tourismusbranche festzustellen. Vor allem klassische touristische Unternehmen wie Airlines oder Reiseveranstalter fordern vermehrt einen akademischen Abschluss (mindestens Bachelor). Die meisten Tourismusstudiengänge setzen dabei auf eine Kombination von klassischen, wirtschaftswissenschaftlichen Inhalten wie Rechnungswesen und Wirtschaftsrecht mit tourismustypischen Inhalten wie touristische Unternehmensführung,
Eventmanagement oder Tourismusmarketing.

Da die Branche sehr vielseitig ist, ist zu empfehlen sich schon bereits während des Studiums zu spezialisieren. Hierbei können ergänzende Praktika helfen sich zu entscheiden und wertvolle Arbeitserfahrung zu sammeln. Mögliche Spezialisierungen können Marketing, Hotelmanagement oder auch Destinationsmanagement sein. In einem internationalen Umfeld wie der Tourismusbranche, ist natürlich auch Auslandserfahrung unvermeidlich. Daher sollten Studierende vor allem darauf achten, dass ein Auslandsaufenthalt in den Studiengang integriert ist.

Tourismus ist kein Nine-to-five-Job

Wer sich für eine Karriere in der Tourismusbranche entscheidet, sollte sich schon vorher im Klaren sein, dass es sich bei den meisten Berufen um keine typischen Nine-to-five-Jobs handelt. Vor allem in der Hotellerie oder im Eventbereich muss man häufig arbeiten, wenn andere frei haben. Schichtarbeit, Wochenendarbeit und längere Dienstreisen sind keine Seltenheit. Flexibilität und Reisebereitschaft sind wichtige Voraussetzungen.

Tourismus lebt von gutem Service

Guter Service wird im Tourismus großgeschrieben. Daher müssen Berufseinsteiger vor allem eine hohe Kundenorientierung, gute Kommunikationsfähigkeiten und Teamfähigkeit mitbringen. Gute Fremdsprachenkenntnisse, vor allem ein sehr gutes English, sind Pflicht. Auch hohe Lernbereitschaft, Engagement und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Trends sind wichtig. Denn die Branche verändert sich ständig. Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind derzeit die wichtigsten Trends.

Die Tourismusbranche bietet vielfältige Karrierechancen und gute Entwicklungsmöglichkeiten für hochqualifizierte Nachwuchskräfte. Studierende, die Karriere im Tourismus machen möchten, sollten aber auch bereit sein ihren Arbeitsplatz öfters mal zu wechseln. Wer aber diese Flexibilität mitbringt, wird viel von der Welt sehen und mit einem sehr vielseitigen und abwechslungsreichen Job belohnt werden.

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