Zahlen, Zahlen und noch mehr Zahlen – so stellen sich viele den Beruf eines Controllers vor. Doch dazu gehört mehr: Controller planen und steuern. Sie sind für erfolgreiche Unternehmen unverzichtbar. Hier lesen Sie, welche Aufgaben Controller übernehmen und welche Fähigkeiten ein guter Controller benötigt.

Quelle: Unsplash / pixabay.com

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Der Beruf Controller hat sich stark gewandelt: Galten Controller früher lediglich als Zahlenprüfer, leisten sie heute einen maßgeblichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Controller unterstützen das Management bei der Definition der Unternehmensziele, sie planen und steuern die Abläufe und kontrollieren, ob die gesetzten Ziele auch erreicht wurden. Bei Abweichungen suchen sie nach Gründen für die Verfehlung und geben dem Management relevante Hinweise zu Maßnahmen zur Gegensteuerung. Controller beraten das Management und die operativen Bereiche eines Unternehmens, um Ziele abzubilden, messbar zu machen und deren Erreichung sicherzustellen. „Was man nicht messen kann, kann man nicht steuern“, sagt Ralf Großmann, Projektleiter kaufmännische Steuerung bei der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn.

„Controller sind Sparringspartner des Managements. Sie bereiten relevante finanzwirtschaftliche Informationen auf und diskutieren diese gemeinsam mit den Verantwortlichen – denn Transparenz ist der Faktor für gute Entscheidungen“

, sagt Großmann.

Controller sichern den Unternehmenserfolg

Ziel eines Controllers ist es, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern. Hierzu sollen Controller einerseits Einsparpotentiale identifizieren, aber auch andererseits Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen entdecken. „Die Organisation und Steuerung des Planungsprozesses in einem Unternehmen erfolgen durch das Controlling. Das ist der erste Schritt zur Sicherstellung des zukünftigen Unternehmenserfolgs“, sagt Großmann. In der laufenden Steuerung sichert der Controller die Plausibilität von Informationen, unterstützt beim Festlegen und der Evaluation von Maßnahmen.

Wer als Controller arbeiten möchte, sollte vor allem sehr gut mit Zahlen umgehen und analytisch denken können. „Zahlen- und Prozessverständnis sind der Schlüssel zum Erfolg“, betont Großmann. Kenntnisse in den Bereichen Rechnungswesen und Bilanzierung, Kostenrechnung, Investition und Finanzierung sowie Unternehmensplanung und -führung sind Grundvoraussetzungen.

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Controller brauchen Zahlenverständnis und Fingerspitzengefühl

Neben Fachwissen brauchen Controller aber auch eine Reihe von Soft Skills, wie z.B. gute kommunikative Fähigkeiten. „Controller werden immer mehr zu Businesspartnern im Unternehmen. Damit wachsen auch kommunikative Herausforderungen. Controller müssen in der Lage sein, komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verständlich an die richtigen Stellen zu transportieren“, sagt Großmann. Ein guter Controller braucht Fingerspitzengefühl im Umgang mit Geschäftsleitung, Führungskräften und Kollegen aus anderen Abteilungen. Dazu sind Einfühlsamkeit, Geduld und Durchsetzungsvermögen wichtig. In global agierenden Unternehmen sind natürlich sehr gute Englischkenntnisse unverzichtbar. Zudem wird auch die fundierte Kenntnis von einschlägigen IT-Systemen für Controller heute immer wichtiger, denn mit steigender Menge an verfügbaren Informationen steigt auch die Anforderung an Transparenz.

Gutes Gehalt für Controller

„Am Beruf Controller gefällt mir vor allem der Facettenreichtum. Als Controller etabliert und begleitet man die Steuerungsprozesse im Unternehmen von Anfang bis Ende, hat direkten Draht zur Geschäftsführung und bekommt so tiefe Einblicke ins Unternehmen“, sagt Großmann. Der Beruf des Controllers lohnt sich aber auch finanziell. Das Durchschnittseinkommen liegt bei circa 60.000 Euro Brutto im Jahr. Berufseinsteiger können mit etwa 40.000 Euro rechnen. Bei Großunternehmen liegt der Verdienst meist noch höher. In Spitzenpositionen kann das Gehalt sogar deutlich über 100.000 Euro liegen.

Wer also Spaß im Umgang mit Zahlen hat, für den ist der Beruf Controller zu empfehlen. Controller sind interne Berater des Unternehmens und haben so meist direkten Draht zur Geschäftsführung. Somit bildet ihre Arbeit eine wichtige Basis für den Erfolg. Studierenden, die Interesse an diesem Beruf haben, rät Großmann folgendes:

„Wer ein guter Controller werden will, muss das Geschäftsfeld seines Unternehmens verstehen. Das geht nur mit umfangreichen, betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, die man sich im Studium aneignet. Zudem müssen angehende Controller lernen, gut und feinfühlig zu kommunizieren und sich ein stabiles Netzwerk sowohl im als auch außerhalb des Unternehmens aufbauen“.

Von Simon Wächter

Ralf Grossmann

Ralf Grossmann

Zur Person: Ralf Großmann ist seit 2013 Projektleiter kaufmännische Steuerung bei der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen im Controlling sowie IT- und Prozessoptimierungsprojekten von DB Schenker Rail Deutschland AG tätig. Großmann hat Betriebswirtschaft und Logistik an der Dualen Hochschule in Berlin studiert.

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