Die Generation Y wird in der Literatur auch als Generation Netzwerk oder Gen Y bezeichnet. Sie gelten nach Hurrelmann und Albrecht als die heimlichen Revolutionäre, die die Welt verändern. Doch wer gehört dieser Generation an und welche Charaktereigenschaften zeichnen diese Generation aus?

Quelle: blickpixel / pixabay.com

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Per Definition sind die Zugehörigen der Generation Y also die Nachfolger der Generation X. Sie wurden ab Mitte der 80er Jahre geboren und sind heute zwischen 15 und 30 Jahre alt. Diese Altersgruppe ist geprägt von externen politischen Einflüssen wie Terror, Umwelt- oder Naturkatastrophen, Demographischer Wandel und technischem Fortschritt (Smartphones, 3D-Drucker, LTE, Cloud).

Weiterhin stehen sie unter dem Einfluss von wirtschaftlichen- und gesellschaftlichen Themen, wie Globalisierung, Digitalisierung und dem Wandel in der Arbeitswelt. Dieser Wandel zeigt sich in dem zunehmenden Bedürfnis nach einer ausgeglichenen Zeiteinteilung von Berufs- und Privatleben, um beispielsweise Burnout zu vermeiden. Ein weiterer Grund hierfür ist die Einstellung, dass man sich seine Kräfte einteilt, denn schließlich weiß ein Generation Y Angehöriger (nachfolgend GenYler oder Gen Y) das genaue Renteneintrittsalter noch nicht. In jedem Fall tritt die Rente später ein als bei den vorgegangenen Generationen.

Charaktereigenschaften der Generation Netzwerk

Eine Charaktereigenschaft dieser Generation ist das kritische Hinterfragen nach dem Sinn. Dies lässt sich auch über den Namen herleiten, denn ʻyʼ ist hier oft die Abkürzung für ʻwhyʼ – warum. Trendforscher haben erkannt, dass die Generation unter anderem wegen der großen Auswahlmöglichkeiten einen pragmatischen Lebensstil anstrebt. Ein lückenloser Lebenslauf hat nicht mehr oberste Priorität und man entzieht sich dem gesellschaftlichen Druck. Beispielsweise binden sich immer weniger GenYler frühzeitig an einen Partner oder gründen gar eine eigene Familie.

Das nächste Prinzip der Generation Y ist sich alle Optionen offen zu halten; es gibt keinen Masterplan, denn viele Wege können zum Ziel führen. Daher halten sich GenYs immer mehrere Optionen offen. Wenn also etwas schief geht, so gibt es einen Plan B, C oder sogar D. Um also trotzdem mehr Sicherheit zu erhalten streben die GenYler nach möglichst viel und möglichst guter Bildung. Der Trend geht eindeutig zu mehr Studierenden. Denn auch ein Studium eröffnet einem viele Möglichkeiten und man legt sich noch nicht direkt auf einen Beruf fest.

Die Arbeitseinstellung der Generation Y gilt als ihre weitere Stärke: Hart arbeiten – ja – aber in Maßen!
Dadurch, dass diese Generation noch sehr lange arbeiten wird, teilt sie sich die Kraft ein und strebt neben der Selbstverwirklichung auch nach einer Work-Life-Balance. Hierdurch reduzieren sie das Burnout Risiko, was sie von vorangehenden Generationen kennengelernt haben. Sie streben nach immer spannenderen Aufgaben und stellen Gehalt oder Materielles nicht in den Mittelpunkt. Stattdessen fordern sie Zeit für ihre Familie.
Infolge all dieser Faktoren ändern sich auch die Anforderungen an die Führungskräfte der Gen Y. Was sind die Erwartungen an die Führungskräfte, wenn sie die Generation Y führen und entwickeln soll?

https://spielraum.xing.com/2014/10/offenheit-rueckhalt-freiraeume-was-die-generation-y-von-ihrem-chef-erwartet/

https://spielraum.xing.com/2014/10/offenheit-rueckhalt-freiraeume-was-die-generation-y-von-ihrem-chef-erwartet/

Die Studie „Was wird aus den Digital Natives?“ der Hamburger Media School in Kooperation mit XING und Trend Research Hamburg hat im Oktober 2014 herausgefunden, dass neben guter Kommunikation, Authentizität, Flexibilität, Loyalität, Glaubwürdigkeit, Offenheit auch Freiräume und Rückhalt durch die Führungskraft eine große Rolle für die Generation Y spielen. Die Ergebnisse im Mittelwert finden Sie im folgenden Balkendiagramm.

Ranking der Erwartungen an die Führungskräfte Quelle: Xing

Ranking der Erwartungen an die Führungskräfte Quelle: Xing

Mitglieder der Generation Netzwerk sind Revolutionäre!

Ein weiterer Punkt ist das Lebensprinzip einer konventionsfreien Familie in der theoretisch alles möglich ist. Das rührt daher, dass viele bei nur einem Elternteil oder Stiefeltern aufgewachsen sind. Die Generation Y akzeptiert und respektiert Patchwork – gleichgeschlechtliche oder multikulturelle Familienstrukturen, Adoptiv- oder Stieffamilien. Es zählt der Gedanke: Familie macht glücklich und dient der Selbstverwirklichung. Es geht nicht mehr darum, den Ansprüchen von Staat, Kirche oder Gesellschaft gerecht zu werden, sondern seine persönlichen Ansprüche zu erfüllen. Bevor eine eigene Familie gegründet wird, will die Generation Y auf alles vorbereitet sein und Sicherheit schaffen. Dazu gehören auch ausreichend verfügbare Kita-Plätze. Denn Schwierigkeiten in der Familiengründung liegen auch in der Problematik von Doppelkarrieren, Fernbeziehungen und Auslandserfahrungen. Der Trend geht eindeutig dahin, dass immer weniger Frauen zu Hause bleiben möchten.

Doch warum werden Angehörige der Generation Y als Revolutionäre bezeichnet? Liegt es an der ʻGeht-nicht-gibt–es-nichtʼ Mentalität? Dem Streben nach flachen Hierarchien? Der Forderung nach Mitbestimmung? Jedenfalls spielt die intensive Nutzung der sozialen Netzwerke eine Rolle, niemals zuvor konnten Nachrichten, Ideale, Ideen oder Kritik sich schneller verbreiten. Nutzer der sozialen Netzwerke kommen schneller an mehr Informationen und Trends heran. Vielleicht ist auch deshalb der Grundgedanke von maximaler Effizienz in dieser Generation Y nicht mehr aktuell.

Wer mehr zu dem Thema Generation Y erfahren möchte kann sich auch gerne das englischsprachige YouTube Video dazu ansehen

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