Quelle: Unsplash Jordan McQueen

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Am Tag fällen wir im Durchschnitt circa 20.000 Entscheidungen. Davon wird nur ein kleiner Teil bewusst gefällt. Die restlichen Entscheidungen fällt unser Unterbewusstsein. Welche Entscheidungstypen gibt es und welche Techniken kann man nutzen, um zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen? Sollen wir manchmal besser auf den Kopf oder auf den Bauch hören?

„Manchmal scheint das Leben ein endloses Herumirren in einem Wald von Möglichkeiten zu sein. Die Menschen können heute so viel entscheiden wie nie zuvor. Es wirkt wie die große Freiheit. Aber es hat die Menschen nicht glücklicher gemacht. Im Gegenteil. Psychologen sprechen von einer »Tyrannei der Wahl«. Warum zu viel Auswahl unglücklich macht, ist nicht eindeutig geklärt. Die Forscher haben erst angefangen zu verstehen, was bei Entscheidungen in uns vorgeht. Und sie entdecken dabei, wie sehr wir beeinflusst werden: von den Hormonen, den Tricks von Verkäufern, der eigenen Herkunft und der Familie und natürlich von unseren spontanen Gefühlen. Sie zeigen aber auch, warum es so schwierig ist, sich bewusst gegen gesellschaftliche Konventionen zu entscheiden und wie wir mit Fehlentscheidungen umgehen“, schreibt die Zeit.

Mit unseren gefällten Entscheidungen bestimmen wir die Richtung, in die wir uns entwickeln. Wir öffnen damit neue Türen und schließen gleichzeitig welche hinter uns ab.

Steve Jobs hat über das Fällen von Entscheidungen einmal gesagt:
Erfolge sind das Resultat von richtigen Entscheiden. Richtige Entscheide fällt man durch Erfahrung. Erfahrung basiert unter anderem auf falschen Entscheiden.“

Daraus folgt: man sollte besser immer irgendeine Entscheidung fällen. Ob sie letztendlich in die eine oder die andere Richtung geht ist dann nicht mehr wesentlich. Es ist grundsätzlich besser zu entschieden, als nicht zu entscheiden.

Entscheidungstyp Kopf, Bauch oder eine Mischung?

Entscheidungstypen lassen sie grob in zwei Cluster unterteilen: Die eine Gruppe hört auf ihr Bauchgefühl und fällt Entscheidungen intuitiv, die andere Gruppe setzt mehr auf den Kopf als auf das Gefühl und entscheidet auf Grund von vorherigen Erfahrungen, Wissen und Vernunft. Eine Person kann beispielsweise in der Liebe Entscheidungen nach Bauchgefühl und im Beruf nach Kopf entscheiden oder anders herum. Das kommt darauf an, welche Pläne man verfolgt und welche Bedeutung den verschiedenen Bereichen zugeteilt wird.

Ob Bauchentscheidungen oder Kopfentscheidungen vorteilhafter sind, lässt sich überhaupt nicht festlegen. Denn das hängt von den Personen selbst, die entscheiden müssen, von den Entscheidungen und auch von dem Kontext in dem man agiert, ab. Es gibt genauso viele Menschen die ausschließlich reifliche Kopfentscheidungen treffen, wie die, die ihre Entschlüsse durch Bauchentscheidungen bestimmen lassen. Und es gibt auch unzählige Charaktertypen, die als Mischtypen die als Mischtypen unterschiedlich entscheiden, oder aber situationsabhängige Entschlüsse treffen.

Wenn Gefühl und Verstand einander widersprechen, kommt es zur Kraftprobe. Ein bemerkenswertes Experiment dazu haben Ökonomen Ende der neunziger Jahre an der Stanford University durchgeführt. Die Forscher erklärten ihren Probanden, dass sie ihr Gedächtnis testen wollten. Mal mussten sich die Probanden zwei Ziffern merken, mal sieben. Dann schleusten die Forscher sie beiläufig an einem Buffet vorbei, an dem es Obstsalat und Schokoladentorte gab. In Wirklichkeit waren die Forscher gar nicht am Gedächtnis der Probanden interessiert, sondern an deren Wahl am Buffet. Und sie fanden einen erstaunlichen Zusammenhang: Je mehr Ziffern die Probanden gerade im Gedächtnis zu behalten versuchten, desto eher entschieden sie sich für die Torte. Wenn der Verstand abgelenkt ist, hat das Gefühl also freies Spiel.

Was spielt noch in unsere Entscheidungen hinein?

Wer etwas entscheidet, muss akzeptieren, dass seine Glückshormone, Testosteron und Stresshormone mitentscheiden. Auch andere Faktoren, die mit der Sache wenig zu tun haben, wie beispielsweise die Tageszeit, können eine Rolle spielen. Nachmittags werden beispielsweise tendenziell eher härtere, scheinbar leichtere Urteile von Richtern gesprochen, als vormittags.

Choice-under-Choice Konflikt bedeutet, das zu viel Auswahl uns unglücklich machen oder uns in der Entscheidung hemmen kann. Versuchen Sie daher die Wahl der Möglichkeiten überschaubar zu halten um dadurch besser entscheiden zu können.

Entscheidungstechniken

Das hilft bei Orientierungslosigkeit:

Die 10-10-10 Methode hilft, bei Unzufriedenheit in Beruf, Partnerschaft und dem persönlichen Lebensweg. Auch wenn Sie etwas Neues anzieht, das allerdings viel Stress und Aufwand mit sich bringen würde. Sollen Sie es nun auf sich nehmen, oder lassen sie es lieber sein? Die Methode soll helfen, langfristige Ziele und Wünsche über momentane Ängste zu stellen, indem sie nach der Bedeutung der Entscheidung in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren fragt:

  1. Formulieren Sie die Entscheidungsmöglichkeiten.
  2. Beantworten Sie die Fragen gewissenhaft und ausführlich: „Welche möglichen Folgen hat die eine oder andere Entscheidungsvariante für mein Leben in zehn Minuten? In zehn Monaten? In zehn Jahren?
  3. Wenn ich alles über die Folgen und Wahlmöglichkeiten weiß, welche Entscheidung trägt am besten dazu bei, dass mein Leben nach meinen Zielen und Wünschen verläuft? Mit dieser Antwort auf die Frage haben Sie die Lösung für ihr 10-10-10 Problem.

Das hilft bei Willensschwäche:

Das Prinzip Trial & Error hilft bei Entscheidungen, die man aus Angst zu scheitern lieber Aufschieben möchte. Diese Methode hält sich an den umgangssprachlichen Spruch: „Probieren geht über Studieren!“. Wollen Sie lieber etwas riskieren und etwas Neues ausprobieren oder beim Altbekannten bleiben? Mein Tipp: Erfahrung ist die beste Lehre und Übung macht den Meister. Eine weitere Hilfe könnte sein „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!“.

Das hilft immer:

Jeder kennt das Gefühl, sich partout nicht entscheiden zu können. Dann tut man gut daran, die Wahl auf morgen zu vertagen und drüber zu schlafen. Nichts wirkt harmonisierender auf ein dissonantes Seelenleben als ein Nickerchen oder eine Nachtruhe. Das zeigt eine wachsende Zahl von Studien. Die besten Entscheidungen trifft man im Schlaf.

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