Deutsche sprechen besser Englisch als noch vor einigen Jahren. In einer Studie von EF Education First landen die Deutschen im Vergleich mit 63 Ländern auf dem zehnten Rang. Doch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede.

Quelle: hostsh / pixabay.com

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Das erfreuliche vorweg: Die Englischkenntnisse der Deutschen werden immer besser – das sagt der English Proficiency Index (EPI) des internationalen Sprachreiseanbieters EF Education First. Untersucht wurden dabei die Englischkenntnisse von 63 Nationen. Befragt wurden 750.000 Erwachsene weltweit.

Deutschland belegt im Ranking den zehnten Platz – das ist vier Plätze besser als noch im Vorjahr. Mit den Englischkenntnissen der skandinavischen Länder können die Deutschen aber nicht mithalten. Dänemark (1), Schweden (3), Finnland (4) und Norwegen (5) sind allesamt in den Top 5, dazwischen liegen noch die Niederlande (2). Auch die Österreicher sind mit Platz sieben besser platziert als die Deutschen.

Die Top 10 des EPI sind fest in europäischer Hand. Erst auf Platz zwölf folgt mit Malaysia das erste nicht-europäische Land. Aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Indien (25), China (37) und Brasilien (38) wird hingegen kein besonders hohes Englischniveau bescheinigt. Im Ranking ganz hinten liegen die Länder aus dem Mittleren Osten und Nordafrika.

EF ENGLISH PROFICIENCY INDEX

EF ENGLISH PROFICIENCY INDEX

Kluft zwischen West- und Ostdeutschland

Auch innerhalb Deutschlands gibt es noch große Unterschiede. Besonders die neuen Bundesländer konnten ihren Rückstand aus DDR-Zeiten, wo eher Russisch statt Englisch unterrichtet wurde, noch nicht aufholen. Im Vergleich der deutschen Bundesländer, liegen die Ostdeutschen abgeschlagen auf den hinteren Rängen – nur das Saarland drängt sich auf dem vorletzten Platz dazwischen. Das Schlusslicht Thüringen wäre im internationalen Vergleich sogar schlechter platziert als Spanien (20).

Am besten Englisch können dagegen die Menschen in Bremen und Hamburg. Bei den größeren Bundesländern liegen Hessen, Bayern und Baden-Württemberg vorn.

Im Vergleich der sechs größten deutschen Städte sprechen die Frankfurter am besten Englisch, gefolgt von Kölnern und Münchnern. Die Berliner schneiden in diesem Vergleich hingegen am schlechtesten ab.

Gutes Englisch führt zu höherem Einkommen

In der Studie konnten zudem Zusammenhänge zwischen den Englischkenntnissen eines Landes und dessen wirtschaftlichem Erfolg nachgewiesen werden. Demzufolge wurde bei fast jedem Anstieg der Englischkenntnisse eines Landes auch ein Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens beobachtet. Zudem beziehen Arbeitnehmer, deren Englischniveau über dem des Landes liegt, 30 bis 50 Prozent höhere Löhne.

Auch die Ergebnisse des „Ease of doing Business-Index“, der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Länder vergleicht, gehen ebenfalls mit der Qualität der Englischkenntnisse des jeweiligen Landes einher. In Ländern, in denen Englisch keine offizielle Sprache ist, ist es zum Beispiel einfacher, Geschäfte zu machen, wenn die Englischkenntnisse besser sind.

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