Unicorn ClubNun ist es offiziell: Neben Unternehmen wie Zalando, Rocket Internet, Home24 oder Delivery Hero gehört nun auch das Hamburger Business-Netzwerk XING zu der Gruppe der Unicorns. Die Marktkapitalisierung kletterte, nach einem monatelangen starken Anstieg der Aktie, auf über 1,02 Milliarden Euro. Was daran so besonders ist, erklären wir in diesem Artikel.

Der Club der Unicorns – Was ist das überhaupt?

Das Unicorn, englisch für „Einhorn“, ist das wohl edelste Fabeltier das wir kennen. In der Literatur gilt es oft als Symbol für das Gute. Dennoch existieren zahlreiche Vorstellungen, wie ein Einhorn aussieht und was es überhaupt ist. Ist es weiß? Farbenfroh? Hat es Flügel oder sieht es doch eher aus wie eine Ziege? Egal! Ein Einhorn ist definitiv etwas ganz besonderes.

Im Gegensatz zum dem kaum greifbaren Einhorn aus unserer Kindheit kann das Börsen-Einhorn sehr genau beschrieben werden. Ein in der Börsenwelt als „Unicorn“ bezeichnetes Unternehmen ist vor allem durch sein enormes Wachstum, ein hohes Potential und sehr sehr viel Ertrag gekennzeichnet.

Geprägt wurde der Begriff von der Gründerin des Risikokapitalgebers Cowboy Ventures Aileen Lee. Unter dem Titel „Welcome To The Unicorn Club: Learing From Billion-Dollar Startups“ analysierte sie die Start Up Szene in den USA. Sie bezeichnete Unternehmen, welche einen Wert von mindestens einer Milliarde Dollar hatten, als Einhörner. Gesteigert wird dies durch die „Super-Unicorns“ – hierzu zählt man Unternehmen die mehr als 100 Milliarden Dollar wert sind. In diese übergeordnete Tiergattung gehören Unternehmen wie Facebook, Amazon oder Google.

Die Erfolgsgeschichte von XING

Das Unternehmen wurde im August 2003 in Hamburg gegründet und nannte seine Plattform zur damaligen Zeit noch OpenBC (Open Business Club). Bereits im Jahr 2008 erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz von 35,3 Millionen Euro und beschäftigte 174 Mitarbeiter. Hauptaktionär der XING AG ist das Tochterunternehmen des Medienhauses Hubert Burda Media, die Burda Digital GmbH, mit einem Anteil von 52,26%.

Im Dezember 2010 erwarb das Unternehmen den Münchner Ticketverkaufs-Anbieter amiando zu einem Preis von 10,35 Millionen Euro. XING Mitglieder können seitdem direkt über das Karrierenetzwerk Tickets kaufen und an Events teilnehmen. Nur zwei Jahre später kaufte das Unternehmen das österreichische Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu.

Mit der Einschränkung auf den deutschsprachigen Raum greift das Portal auf eine begrenzte Anzahl an Nutzern zurück und kommt weder mit seinen Zugriffszahlen noch mit Kennzahlen wie Umsatz oder Marktkapitalisierung an seinen „Konkurrenten“ LinkedIn heran.

Das Unternehmen zählt rund 861.000 Mitglieder mit einem kostenpflichtigen Abovertrag, insgesamt sind mehr als 9,2 Millionen Nutzer angemeldet. Alleine in der ersten Jahreshälfte 2015, im Zeitraum von Januar bis Juli, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 59,5 Millionen Euro, 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ist ein Ende des „Booms“ in Sicht?

Noch ist kein Ende des XING-Booms in Sicht. DER AKTIONÄR hält XING derweil für eine der besten Internetaktien Deutschlands. Mit einem 2016er-KGV von 40 ist die Aktie zwar kein Schnäppchen mehr, aber dennoch deutlich günstiger als der Konkurrent aus den USA LinkedIn. Das Kursziel der XING Aktie liegt laut Analysten bei 210€.

Zusammenfassend also gute Aussichten für die XING AG. Doch werden die Erwartungen der Analysten erfüllt?

Ich erinnere mich zurück an die Social Media Plattform „StudiVZ“. Als Copycat vom damals noch nicht so bekannten Facebook der Renner schlechthin. Seitdem Facebook jedoch auch im europäischen Markt aktiv wurde ist vom einstigen Überflieger StudiVZ nichts mehr zu sehen. Ein Schicksal, das auch XING ereilen könnte. Malen wir uns nur mal aus, LinkedIn baut seine Aktivitäten im deutschsprachigen Raum verstärkt aus. Bei einer zunehmenden Globalisierung der Arbeitsprozesse wird es umso wichtiger seine Business Kontakte über die ganze Welt pflegen zu können. Möchten Sie dabei zwei Portale gleichzeitig auf Trapp halten? XING und LinkedIn? Viele der Nutzer werden sich wohl zwischen eine der Plattformen entscheiden. Die Frage: Für welche?

Schreiben Sie gerne in die Kommentare wie Sie die aktuelle Entwicklung sehen. Was nutzen Sie? XING? LinkedIn? Beides?

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