ZDF GruppenbildAm vergangenen Donnerstag waren wir, die European Management School, für eine Unternehmensbesichtigung beim ZDF in Mainz zu Gast.
Wir hatten das große Glück mit dem stellvertretendem Chefradakteur und Terrorismusexperten, Elmar Theveßen, erst eine Tour der Studios zu machen und anschließend ein spannendes Gespräch zu führen.

Besichtigung der Studios

Die Tour der Studios war durchaus beeindruckend. Dabei gingen wir in insgesamt drei verschiedene Studios, die alle unterschiedlich aufgebaut waren. Im ersten Studio konnten wir mit ansehen, wie die Lichtexperten alle Lichter im Raum für den Dreh verschiedener Sendungen einstellten. Diese sind an der Decke des runden Studios platziert, um keine einzige Fläche unbelichtet zu lassen.

Im zweiten Studio bekamen wir die Kulissen bekannter Sendungen wie beispielsweise ,,Leute Heute‘‘ oder auch ,,Hallo Deutschland‘‘ zu sehen. Wir lernten viel über die Kameras oder auch ,,Pumpen‘‘ genannt. Dabei fiel uns direkt auf, wie diese funktionieren, und wo der Projektor für die Texte der Moderatoren platziert ist. Dieser ist direkt vor der Kameralinse platziert, sodass der Zuschauer immer das Gefühl bekommt direkt angesehen zu werden.ZDF Studio

Das dritte Studio war das modernste. Allein der Name ,,Grüne Hölle‘‘ lässt schon daraufhin deuten, dass dieser Raum ganz besonders ist. Mit mehreren hundert Lichtern an der Decke und komplett grünem Fußboden und Wänden ist dieser Raum sehr beeindruckend. In der Mitte dieser ,,Grünen Hölle‘‘ erkennt man direkt den Tisch von Sendungen wie ,,Heute Journal‘‘ oder auch der Kindersendung ,,Wiso‘‘. Der Raum ist außerdem mit hochmodernen Kameras ausgestattet, die durch einen Roboter aus der Automobilindustrie geführt werden. So werden alle Bewegungen der Kamera durch einen Computer ausgeführt. Der grüne Hintergrund, auch oft bekannt als ,,Greenscreen‘‘ wird verwendet, um verschiedene Bilder, Videos oder auch Grafiken im Raum oder Hintergrund einzublenden.
Grüne Hölle
Hinter der ,,Grünen Hölle‘‘ befindet sich der Raum in dem Ton und Bilder zusammengeschnitten werden. Dieser Raum ist komplett mit Bildschirmen versehen und alle Mitarbeiter sitzen an verschiedenen Geräten wie Mischpult oder besonderen Computern.

Das Gespräch mit Herr Theveßen

Im anschließenden Gespräch mit Herr Theveßen konnten wir auch einen Einblick in die Redaktion und den Wandel des ZDF’s werfen. Beeindruckend war, dass Moderatoren manchmal in letzter Sekunde oder auch während eines Beitrags über ein Earpiece neue Informationen erhalten, welche sie direkt in ihren Beitrag miteinfließen lassen müssen. Natürlich benötigt dies eine extrem hohe Multi-Taskingfähigkeit.

Zusätzlich wurde beim Gespräch klar, dass das ZDF immer mehr versucht junge Leute für das ,,Nachrichten schauen‘‘ zu begeistern. Herr Thevessen sagte, es sei notwendig das ,,wenn es wichtig ist, werde ich es schon noch mitbekommen‘‘ – Denken zu eliminieren. Durch Neue Apps und Social Media wird deshalb versucht die Zuschauerzahl von jungen Deutschen immens zu erhöhen. Beispielsweise nutzen ZDF Moderatoren oder auch Mitarbeiter hinter den Kulissen die Live-Stream App ,,Periscope‘‘, die es Zuschauern aus aller Welt ermöglicht einen direkten Einblick in das Geschehen zu bekommen. Durch Periscope ist es auch möglich direkt an den Moderator hinter der Kamera Fragen zu stellen, die dann wiederum live im Video beantwortet werden. So kann es schonmal vorkommen, dass der Mitarbeiter vom Bildschnitt abends einen Live Stream erstellt und einen tiefen Einblick in die Entwicklung vom Bild für das Heute Journal gibt. Außerdem stattet das ZDF immer öfters Reporter aus Krisengebieten mit neuster Technik aus, um diesen die Möglichkeit zu geben live aus ihrem jeweiligen Gebiet zu berichten. Der Job als Krisengebiet-Journalist ist jedoch kein ,,Zuckerschlecken‘‘ und erfordert eine äußerst lange Ausbildung.Bild und Ton

Tipps vom Fachmann

Zum Schluss gab es noch einige Tipps für Studenten, die später mal in der Medien-Branche arbeiten wollen. Man solle sich nicht davon abschrecken lassen, wenn man kein Journalismus studiert habe, denn das Fernsehen suche immer Experten in unterschiedlichen Themengebieten, denen es schnell gelingt komplexe Themen kurz und leichtverständlich zusammen zu fassen. Außerdem sei es wichtig, seinen Fokus nicht ausschließlich auf Fernsehen zu lenken, sondern sollte man auch versuchen einige Zeit im Print, bei Zeitungen, zu verbringen, um das Schreiben von Texten zu perfektionieren. Jedoch war der letzte Tipp von Herr Theveßen mit Sicherheit einer, den schon viele Studierende nicht zum ersten Mal hörten ,,macht so viele Praktika wie nur möglich‘‘!

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