Corporate Social Responsibility ist ein Trendwort in deutschen Unternehmen geworden und fast jedes Unternehmen hat heutzutage einen CSR-Manager. Das klingt nicht nur gut, sondern hat auch einen Sinn: Mit guten Taten wollen die Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und damit auch ihr eigenes Image verbessern.

Quelle: Steppinstars / pixabay.com

Quelle: Steppinstars / pixabay.com


Immer mehr deutsche Unternehmen sind sozial engagiert. Sie treiben Entwicklungsprojekte in der dritten Welt voran, fördern den Umweltschutz oder versuchen die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Corporate Social Responsibility, kurz CSR, wird das von den Wirtschaftsexperten genannt. Doch was ist das eigentlich genau? Corporate Social Responsibility steht für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln mit dem Ziel einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten. Gerade seit der Finanzkrise ist der Ruf nach unternehmerischer Verantwortung größer geworden.

Diese Forderung hat ein Berufsbild in den Fokus der Unternehmen gerückt: Der CSR-Manager. Nahezu jedes größere deutsche Unternehmen beschäftigt mittlerweile einen CSR-Manager. Sie gestalten das soziale Engagement des Unternehmens und planen hierzu Projekte und Kampagnen, die der Umwelt und Gesellschaft Gutes tun sollen – aber auch das Unternehmen soll von den Maßnahmen profitieren. Schließlich geht es auch darum durch die CSR-Aktivitäten das Unternehmen bekannter zu machen und dessen Image positiv zu beeinflussen.

Deutsche Unternehmen weltweit vorbildlich

Deutsche Unternehmen haben die Bedeutung von CSR schon längst erkannt. Laut der deutschen Ratingagentur oekom research ist jedes zweite der insgesamt 48 deutschen Unternehmen aus dem MSCI World (Aktienindex mit den 1900 größten Aktiengesellschaften der Industrieländer) als vorbildlich hinsichtlich seiner CSR-Bemühungen einzuordnen. So engagieren sich beispielsweise Traditionsmarken wie Bosch, Siemens und BMW über ihre Stiftungen seit langem für die Gesellschaft. Im internationalen Vergleich ist Deutschland vor Italien und Finnland auf Platz eins. In den USA und Japan hingegen zeigt nicht einmal jedes zehnte Unternehmen ein ausreichendes soziales Engagement.

CSR-Maßnahmen wirken sich auch positiv auf die Gewinne eines Unternehmens aus, so eine Studie des renommierten Meinungsforschungsinstituts Nielsen. Demzufolge sind immer mehr deutsche Konsumenten bereit, CSR-orientierte Unternehmen durch den Kauf ihrer Produkte und Leistungen zu belohnen. 37 Prozent sagten, dass sie für Produkte von sozial engagierten Unternehmen mehr Geld ausgeben würden – weltweit erklärte sich sogar über die Hälfte dazu bereit. Die Umfrage wurde in 58 Ländern durchgeführt.

CSR ist kein Gutmenschentum

Mit reinem Gutmenschentum hat CSR nichts zu tun. Schließlich geht es den Unternehmen nicht darum, auf Gewinne zu verzichten, sondern vielmehr die Art und Weise, wie diese erzielt werden, kritisch zu reflektieren und in Einklang mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu bringen. Genau dafür soll der CSR-Manager sorgen.

Das Aufgabenspektrum des CSR-Managers ist dabei sehr vielfältig und umfasst eine riesige Bandbreite an gesellschaftlichen und ökologischen Aufgabenfeldern. So kann es Aufgabe des CSR-Spezialisten sein, Maßnahmen zur CO2-Neutralität und zur Senkung des Energieverbrauchs zu entwickeln oder dafür Sorge zu tragen, dass an Produktionsstätten in Asien europäische Gesundheitsstandards eingeführt werden. Auch wenn solche Aktivitäten natürlich vorrangig das Image eines Unternehmens verbessern, dienen sie doch alle einem guten Zweck. Der CSR-Manager arbeitet also nicht nur für das Unternehmen, sondern bewegt auch etwas in der Gesellschaft.

Bewerber legen Wert auf gesellschaftliche Verantwortung

Wer Gutes tut wird aber nicht nur von den Konsumenten belohnt, sondern auch für zukünftige Bewerber wird es bei der Stellensuche immer bedeutender, ob ein Unternehmen sozial engagiert ist. Die Continental Studentenumfrage 2012 ergab, dass jeder dritte Studierende Wert auf nachhaltiges Wirtschaften legt und sogar vier von fünf Befragten sehen eine große gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen als wichtig an. CSR ist auch ein bedeutender Wettbewerbsfaktor im Kampf um Nachwuchstalente geworden.

CSR-Manager – Ein facettenreicher Beruf

Junge Menschen wollen etwas für die Gesellschaft tun und sich sozial engagieren, aber auch Karriere machen. Kein Beruf verbindet diese Faktoren wohl besser als der des CSR-Managers. Doch welche Anforderungen stellen Unternehmen an dieses Berufsbild? CSR-Manager arbeiten an vielfältigen Projekten mit ökologischen, pädagogischen und sozialen Schwerpunkten. Das erfordert ein breites Fachwissen. Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Fähigkeiten, denn CSR-Manager müssen auch die Finanzen im Blick behalten. Vor allem das Nachhaltigkeitscontrolling wird immer bedeutender. Es reicht also nicht nur Gutes zu tun, sondern gefragt ist auch, wer rechnen kann.

Zentral ist auch die intensive Kommunikation mit anderen Menschen und Institutionen. CSR-Manager sind Netzwerker und müssen Projekte entwickeln können. Neugierde, Offenheit, Kreativität, Organisationstalent und Überzeugungskraft sind die soft skills, die ein CSR-Manager braucht. Wer all dies erfüllt, darf sich auf eine facettenreiche und spannende Tätigkeit freuen.

CSR bei der Deutschen Börse

Ljubica Kraljevic hat sich für diesen Karriereweg entschieden. Die gelernte Betriebswirtin ist CSR-Managerin bei der Deutschen Börse AG in Frankfurt. Sie ist für Projekte zuständig, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Vor allem gesellschaftliche Engagements stehen im Mittelpunkt. Die Deutsche Börse möchte ein „guter Unternehmensbürger“ (Good Corporate Citizen) sein. Sozial engagiert sich die Deutsche Börse zum Beispiel im Freundeskreis Arche Frankfurt am Main e.V., einer Institution, die gegen Kinderarmut in Frankfurt kämpft. „Unser Fokus im Bereich Soziales liegt auf der Verbesserung der Zukunftschancen junger Menschen“, gibt die Deutsche Börse selbst auf ihrer Homepage bekannt. Zudem unterstützt die Deutsche Börse im Rahmen ihrer Kulturförderung Projekte aus dem Bereich der Bildenden Künste, vor allem in der Fotografie.Blog Head Börse

„Corporate Responsibility ist für uns, die Gruppe Deutsche Börse, eine fortlaufende Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern, Kunden und Investoren, der Umwelt und der Gesellschaft. Als Teil dieser Gesellschaft nehmen wir unsere unternehmerische Verantwortung ernst und füllen sie mit Leben“, betont die Deutsche Börse die Bedeutung ihres gesellschaftlichen Engagements. Dabei ist die Deutsche Börse auf einem guten Weg: Im Nachhaltigkeitsranking von Sustainalytics, die alle Unternehmen des DAX 30 miteinander vergleicht, landet die Deutsche Börse auf dem zehnten Rang – noch vor Traditionsmarken wie Daimler und Siemens.

Das Beispiel Deutsche Börse zeigt: Corporate Social Responsibility liegt im Trend. Ökologisch, sozial und ökonomisch sollen CSR-Aktivitäten sein. Weg von reinem Profitdenken, hin zu verantwortlichem Wirtschaften. Unternehmen sehen CSR immer weniger nur als reinen Kostenfaktor. Sie erkennen auch den Nutzen solcher Aktivitäten und brauchen dazu CSR-Manager. Allerdings ist für die CSR-Fachleute noch viel zu tun, damit es nicht nur bei einem unternehmerischen Trend bleibt, sondern soziales Engagement auch zu einer Stütze des Unternehmenserfolgs wird. Überzeugte und überzeugende Nachwuchskräfte sind daher momentan sehr gefragt.

Von Simon Wächter

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*