Einen Abschluss vom MIT oder der Stanford University ist dank coursera.org jetzt kein Problem mehr. Durch dieses neue Online- Modell ergeben sich viele Möglichkeiten, neben Beruf oder Studium zusätzlich kostenlos an interessanten Vorlesungen von renommierten Universitäten teilzunehmen. Das Studieren erfolgt dabei bequem von zu Hause oder per App von unterwegs.

Coursera: Kurzer Trend oder Modell der Zukunft?

Quelle: jimmyxrose / pixabay.com

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Ob Sie von der Online Plattform Coursera profitieren können, wo Stärken und Schwächen des Modells liegen und was es sonst noch zu beachten gibt, möchte ich in einer kurzen Artikelserie aufdecken. Hierzu habe ich mich für einen Kurs auf coursera.org angemeldet und werde Ihnen von meinen Erfahrungen berichten.

Das US-amerikanische Unternehmen Coursera wurde im April 2012 von den Informatikprofessoren Andrew Ng und Daphne Koller (Universität Stanford) gegründet. Ziel der Plattform ist es, Online-Kurse und Vorlesungen, kostenfrei bereitzustellen. Um dies zu ermöglichen, arbeitet das Unternehmen mit aktuell rund 62 Universitäten zusammen, überwiegend aus den USA.

Zu den Partneruniversitäten zählen aktuell zum Beispiel:
– Stanford University
– University of Michigan
– Technische Universität München
– University of Tokyo
– uvm.

Überschaubares Angebot

Die Anzahl der Kurse beläuft sich zurzeit auf rund 600 Vorlesungen. Dies klingt im ersten Augenblick viel. Bei einem zweiten, genaueren Blick fällt jedoch auf, dass davon nur wenige zur Verfügung stehen. Viele von diesen Kursen haben bereits angefangen, oder es sind noch keine Termine verfügbar. Das Angebot, speziell im Bereich Business & Management sowie Economics & Finance ist dafür mit zurzeit 138 Kursen, im Vergleich zu anderen Bereichen recht umfangreich. Die Vorlesungen sind überwiegend auf Englisch (529) oder chinesisch (44).

Kursangebot

Kursangebot

Aktuell werden nur zwei Vorlesungen in deutscher Sprache angeboten. Das Kursangebot reicht von Kunst, über Bildung, Wirtschaft, Physik, Chemie, Recht, Mathematik, Medizin bis hin zu Musik, Film und Audio.

Auf den ersten Blick kann man bis hierhin festhalten, dass Coursera viele Bereiche abdeckt, Kooperationen mit interessanten und renommierten Universitäten hält und sich als unkomplizierte und leicht zu bedienende Plattform präsentiert.

Die einfache Bedienung beruht vor allem darauf, dass das Portal übersichtlich und ohne Werbung gestaltet ist. Die Reiter und Navigationselemente sind unmissverständlich beschriftet und am richtigen Platz angeordnet. Auf mich wirkte das Design zu Beginn kalt und „unprofessionell“. Nach kurzer Zeit gewöhnte ich mich jedoch schnell daran und würde es jetzt eher als „aufgeräumt“ beschreiben.

Kostenlos ist nicht gleich Kosten los – Der Preis der Plattform

Wie bei so vielem, steckt der Teufel auch hier im Detail: Alle Vorlesungen sind kostenfrei, so viel ist sicher. Dennoch wirbt Coursera auch damit, Zertifikate auszustellen. Und mal ehrlich, wer hätte nicht gern das Zertifikat, dass er an einem Kurs der Stanford University teilgenommen hat? Das kann den Lebenslauf schön auffrischen und bei einem möglichen Bewerbungsgespräch für interessante Gespräche sorgen.

Doch an dieser Stelle muss man detailliert in die Kursbeschreibung schauen. Nicht bei jedem Kurs kann man sich parallel auch ein Zertifikat ausstellen lassen. Bei den Vorlesungen, bei denen das Ausstellen möglich ist, fällt eine Gebühr von 39 Dollar bis 90 Dollar an. Neben dem zu zahlenden Preis muss für dieses Zertifikat aber auch Leistung folgen. Ohne eine bestandene Prüfung (mindestens 75 Prozent) am Ende des Kurses, wird kein Zertifikat ausgestellt.

Aufbau und Ablauf

Zum Testen der Plattform habe ich mich für den Kurs „Model Thinking“ von Prof. Scott E. Page der University of Michigan entschieden. Auf der Übersichtsseite des Kurses sind Übersicht_Kursdie einzelnen Eckdaten aufgelistet. Die Kurse dauern in der Regel zwischen vier und zwölf Wochen. Gleichzeitig wird der Workload angegeben. In meinem Fall beträgt der Workload bei einer Dauer von zehn Wochen zwischen vier bis acht Stunden pro Woche.

Da dieser Kurs auch ein Zertifikat beinhaltet, habe ich (per Paypal) 29 Dollar bei der Anmeldung gezahlt. Neben den Kursinhalten werden auf der Übersichtsseite auch die Lerninhalte des Kurses zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig gibt es Informationen zu den empfohlenen Vorkenntnisse, Literatur sowie Hinweise zum Kursformat.

In meinem Fall werden pro Woche zwei Lektionen behandelt. Jede Lektion beinhaltet zwischen vier und sechs Videos, welche alle rund 15 Minuten dauern. Nach der erfolgreichen Anmeldung (Achtung: Ausweis bereithalten), bekam ich Zugriff auf das Dashboard des Kurses. Hier habe ich neben der Übersicht über die einzelnen Videos auch Zugriff auf ein Diskussions-Forum.

Coursera LogoUm seinen Wissensstand zu testen, werden am Ende jeder Woche „Quizzes“ veröffentlicht. Anhand derer dann überprüft werden kann, ob man den zuvor gelernten Stoff verstanden hat. Für jedes Quiz habe ich zwei Versuche, hieraus wird der beste Versuch für das Endergebnis gewertet. Um am Schluss ein Zertifikat zu erhalten, müssen mehr als 75 Prozent erreicht sein. Diese berechnet sich aus 50 Prozent der „Quizzes“ und 50 Prozent der „Exams“. Auch von den „Exams“ werden zwei zu absolvieren sein.

Wie genau eine Lektion, ein Quiz etc. ablaufen, berichte ich im nächsten Artikel.

Fazit

Als vorläufiges Fazit kann ich festhalten, dass mir die Idee hinter dem Konzept Coursera sehr gut gefällt. Ich würde schon jetzt jedem raten, regelmäßig zu prüfen, welche Kurse zurzeit angeboten werden.

Zusammengefasst:

Positiv:
+ Übersichtlicher und strukturierter Aufbau
+ Sehr gute Universitäten
+ Viele Informationen und gute Materialien
+ Zertifikate verfügbar
Negativ:
– „Wenig“ Kurse
– Keine bzw. kaum deutsche Kurse
– Geringe Bekanntheit
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