Business Coaches sind in Unternehmen gefragter denn je. Egal ob Kommunikationstraining, Teamführung oder Burnout-Prävention – für jedes Thema gibt es den passenden Coach. Doch wie wird man überhaupt Business Coach und für wen ist der Job geeignet? Torsten Netzer, Mitgründer des IMEC Management Instituts, antwortet.

Quelle: geralt / pixabay.com

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Business Coaching boomt. Über 8000 Business Coaches gibt es mittlerweile in Deutschland. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen die Coaches nur gerufen wurden, wenn es Probleme gab. Auch ist Coaching nicht mehr nur ein Privileg des Top-Managements, sondern auf allen Unternehmensebenen angekommen. Denn Internationalisierung und Digitalisierung machen die heutige Business-Welt immer komplexer und unübersichtlicher. Damit wächst der Bedarf an zielgerichteter, individueller Entwicklung stetig. „Coaching hat zum Ziel die Ressourcen von Einzelpersonen und Teams zu identifizieren und zu aktivieren und ihre Entwicklung zielgerichtet zu begleiten, um nachhaltige Erfolgserlebnisse zu schaffen“, sagt Torsten Netzer, zertifizierter Business Coach und Mitgründer des IMEC Management Instituts in Frankfurt.

Die Coaches liefern aber keine vorgefertigten Lösungen, sondern leiten ihre Kunden an. „Die Hauptaufgabe jedes Coaches ist es, die richtigen Fragen zu stellen und den Klienten in die Lage zu versetzen eigenständig eine Lösung für seine Herausforderung zu finden“, sagt Netzer. Der Business Coach übernimmt in diesem Prozess viele Rollen. „Mal ist er einfach nur Zuhörer, mal ein Rollenspieler oder Sparringspartner, zum Beispiel wenn Gesprächssituationen trainiert werden, oder er ist Berater auf einem bestimmten Fachgebiet“, so Netzer.

Mehr als 300 Coaching-Ausbildungen

Eine geregelte Ausbildung zum Business Coach gibt es bisher noch nicht. Über 300 Coaching-Ausbildungen werden in Deutschland angeboten. Qualität, Preise und auch Länge variieren stark. In der Regel dauert eine qualitativ hochwertige Ausbildung ein bis zwei Jahre und schließt mit einer Zertifizierung ab. Die beiden großen Coaching-Verbände Deutscher Coaching Verband (DCV) und Deutscher Bundesverband Coaching (DBVC) geben auf ihren Websites Empfehlungen für die passende Ausbildung. Oftmals haben die angehenden Coaches zuvor Psychologie, Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften studiert.

Doch neben der formalen Ausbildung muss ein guter Business Coach noch mehr mitbringen. „Im Business Coaching ist auch berufliche Erfahrung wichtig. Man muss sich in die Situation seiner Klienten hinein versetzen können, um sie zielorientiert begleiten und die richtigen Fragen stellen zu können“, so Netzer, „Daher rate ich angehenden Coaches acht bis zehn Jahre Praxiserfahrung zu sammeln. Nur dann können sie ihren Kunden auf Augenhöhe begegnen.“

Business Coaches haben den Geist eines Kindes

Zum grundlegenden Handwerkszeug eines jeden Coaches gehört eine entsprechende Methoden- und Prozesskompetenz. Hierbei ist besonders die Fähigkeit hervorzuheben eine positive Beziehung zum Gegenüber aufbauen und diesen empathisch und methodisch sicher anleiten zu können. „Ein Business Coach sollte die Fähigkeit haben Situationen mit dem Geist eines Kindes zu betrachten ‒ dies bedeutet nicht zu werten oder zu interpretieren, sondern sich die bloßen Fakten anzuschauen und den Klienten mit dieser neutralen Sicht durch den Prozess zu führen“, sagt Netzer.

Business Coaches arbeiten normalerweise auf Honorarbasis. Nach Angaben des DBVC liegt das Honorar bei 150 bis 350 Euro pro Stunde. „Dabei ist die Begleitung keine einmalige Angelegenheit, sondern umfasst sechs bis zwölf Coaching-Sitzungen. Viele Themen lassen sich nur langfristig, Schritt für Schritt bearbeiten“, erklärt Netzer.

Ein Business Coach muss blitzschnell reagieren

Für Torsten Netzer ist der Beruf Business Coach auch eine Herausforderung: „Sie müssen sich immer wieder mit neuen Situationen auseinander setzen und blitzschnell auf Aussagen und Handlungen im Gespräch reagieren können. Man kann sich in diesem Job keine schwachen Tage leisten.“ Doch genau dieser Anspruch und die Abwechslung machen den Beruf für ihn so spannend. „Die Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren und Aufgaben begeistern mich. Jeder Mensch ist für sich besonders und es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Potentiale sich erschließen lassen“, so Netzer.

Wer also einen abwechslungsreichen Beruf sucht, in der Lage ist versteckte Potentiale aus Menschen herauszulocken und das nötige Einfühlungsvermögen mitbringt, für den ist Business Coaching genau das richtige. Denn eines ist sicher: Egal ob Top-Manager, Abteilungsleiter oder einfacher Angestellter ‒ Es gibt immer etwas zu lernen!

Von Simon Wächter

Torsten Netzer

Torsten Netzer

Zur Person: Torsten Netzer ist Mitgründer des IMEC Management Instituts in Frankfurt. Er verfügt über mehr als fünf Jahre Agenturerfahrung sowie zehn Jahre Erfahrung in verschiedenen Management Positionen bei diversen Markenartiklern der Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie (u.a. Villeroy & Boch). Er hält einen Master of Business Administration (MBA) der Universität Mainz im Bereich General Management und ist Diplom-Betriebswirt.

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