Impact Hubs arbeiten weltweit an der Wirtschaft für morgen. 2005 eröffnete der erste Coworking Space für Sozialunternehmer in London. Heute zählt die Bewegung 68 Impact Hubs in 49 Ländern.eco

Das mit der Weltwirtschaft irgend etwas nicht stimmt, ist keine neue Erkenntnis und sie wurde auch nicht erst mit der letzten Finanzkrise im Jahr 2008 geboren. Soziale Ungleichheit und ökologische Katastrophen, die unangenehmen Nebenwirkungen unseres Wirtschaftssystems, prägen die globalisierte Gesellschaft in zunehmendem Maße. Als sich ein paar junge Unternehmer, allen voran der britische Autor Jonathan Robinson, dessen wieder einmal bewusst wurden, konnten sie es nicht mehr ertragen.

Prototyping the Future of Business

Sie wollten endlich etwas gegen den selbstzerstörerischen Trend tun und richteten 2005 einen Coworking Space für gleichgesinnte Unternehmer in London ein. Hier tüftelten sie mit Start-ups an neuen Ideen für eine zukunftsfähige Wirtschaft und suchten finanzielle Unterstützung für ihr Projekt unter dem Motto: Prototyping the Future of Business.

Was als kleine, aber schnell wachsende Londoner Community begann ist heute eine weltweite Bewegung, oder besser: ein Crossover aus Bewegung, Netzwerk und Business mit über 11.000 Mitgliedern (www.impacthub.net ). Weil die Zahl der Impact Hubs weltweit so schnell wuchs, stieß die Organisationsstruktur der Gründerjahre bald an ihre Grenzen. Die mittlerweile 68 selbständigen Impact Hubs sind nun als „social franchises“ in Coworking Spaces von New York über Barcelona bis Dubai organisiert. Um die Marke Impact Hub, das Netzwerk und die dazugehörige digitale Infrastruktur nutzen zu können, zahlen die Impact Hub-Gründer Gebühren, ansonsten sind alle Hubs aber selbständige Unternehmen.

Social Start-ups werden Sparringpartner der Konzerne

In Deutschland wird zurzeit in Berlin und München an der Zukunft der Wirtschaft geschraubt. Schaut man sich das Angebot der deutschen Impact Hubs an, wird schnell klar, dass es schon längst nicht mehr nur um Coworking geht. In Seminaren und Kursen aller Art wird Unterstützung für Start-ups angeboten und potente Partner wie das Hasso-Plattner-Institut oder die Boston Consulting Group stehen den Start-ups mit Rat und Tat zur Seite.

Die jungen Unternehmer, die sich auf der Homepage der Impact Hubs präsentieren, arbeiten am ersten Slam-Poetry-Film der Geschichte, beliefern Büros ohne Kantine mit gesunden Mittagessen, ohne selbst zu kochen und mithilfe von Car Sharing (kulindao) oder entwerfen eine Green Fashion Map für Berlin. Alle Geschäftsideen rütteln an gängigen Wirtschaftsdogmen und wollen beim Geldverdienen einen positiven sozialen und ökologischen Impact hinterlassen.

Diese Innovationskraft finden auch große Unternehmen interessant, die sich selber schwer damit tun, in ihren wenig flexiblen Strukturen neue Ideen zu generieren und umzusetzen. Das Impact Hub in Zürich arbeitet beispielsweise eng mit dem Schweizer ICT-Riesen Swisscom zusammen. Der Pharmakonzern Pfizer und der Versicherer Allianz sind weitere Beispiele für diesen Trend, neue Wege in Richtung sozialer Innovation zu suchen (Artikel in enorm magazin).

Wer mehr über die Entstehungsgeschichte von Impact-Hub wissen möchte, findet im Stanford Social Innovation Review einen spannenden Bericht.

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