backpackingAls Abschluss meines Auslandsaufenthaltes teilte ich meine Heimreise in mehrere Etappen auf und war so ungefähr 6 Wochen in Südostasien unterwegs:
Vietnam, Thailand, Laos, Kambodscha und Sri Lanka.
Nach einer Flut von verschiedensten Eindrücken und nie zu vergessenden Erfahrungen hier nun eine knappe Zusammenfassung der alltäglichen Verrücktheiten in diesen Ländern.

Längste Reisedauer:

Begibt man sich in Südostasien auf Reisen kann man vor allem mit günstigem Transport Geld sparen. Öffentliche Verkehrsmittel anstatt Reisebusse gibt es zum kleinsten Preis und im Notfall kosten Taxis auch nicht die Welt. Was wir bei unserer Planung allerdings nicht bedacht hatten sind die gnadenlos langen Resisezeiten für teils kürzeste Distanzen. Nach einer Woche gesammelter Fahrtzeiten stellten wir somit für kommende Distanzüberwindungen die folgende Formel auf:
Tatsächliche Transportzeit = Google Maps Angabe x 2 +/- 1 Std

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Der erste Platz in dieser Kategorie geht allerdings and den Nachtbus zwischen den zwei größten Städten in Laos, Luang Prabang und Vientiane. Die vom Busunternehmen angegebene Reisezeit von 10 Stunden für 330km erschien uns sogar für asiatische Verhältnisse sehr großzügig. In Anbetracht der Straßenverhältnisse wurde uns aber klar, dass diese 10Std. durchaus gerechtfertigt sind. Die Piste besteht zu weiten Teilen aus Schotter, ist mit Badewannen-großen Schlaglöchern gesäumt und an vielen Stellen ist eine Fahrspur komplett runtergebrochen und der Bus schlängelt sich bei 10Meter Sicht an der im Nebel versunkenen Klippe entlang. Bei einem Durchschnitt von 22kmh erreichten wir so nach 15Stunden die laotische Hauptstadt.

Verschiedenste Währungen:

Kambodscha nutzt man die landeseigene Währung eigentlich nur für kleinste Beträge und Rückgeld. Alles was über 1 Dollar geht wird in US Dollar gezahlt. Münzgeld gibt es nicht und die Beträge sind auch meist ohne die wildesten Kommastellen, wie wir es aus Europa gewöhnt sind.
Laos belegt hie trotzdem wieder Laos. Nachdem wir zu Fuß über den hinterlegensten Grenzposten aus Thailand eingereist waren gab es keine andere Möglichkeit als unsere erste Übernachtung mit thailändischen Baht zu bezahlen. ATM oder Bank waren unauffindbar. Für das Hostel war die Währung allerdings weniger Problem als der hohe Wert des Scheins. Da nicht genug Wechselgeld in der Kasse war, wurden mir die verbleibenden 10ct mit unbetrübter Selbstverständlichkeit in Bananen ausgezahlt.

Größte Scooterdichte:

Ganz klar, Saigon oder offiziell Ho Chi Minh Coty in Vietnam. Vor allem zur Rush Hour findet man auf den Straßen einen eng gestrickten Teppich aus knatternden und kreischenden Zweirädern die schwungvoll wie ein Fischschwarm durch die erstaunlich moderne Metropole bewegt. Hinzu kommt, dass der Motorroller in Vietnam nicht nur als praktisch, handliches Fortbewegungsmittel benutzt wird sondern ebenfalls Transportarbeiten für die verschiedensten Güter verrichten. In Saigon könnte man stundenlang zusehen wie Kühlschränke, Fernseher und sogar ganze Schweine auf Scootern durch die Stadt befördert werden.

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Der günstigste Alkohol:

Für Studenten natürlich sehr wichtige Kategorie! Deshalb teile ich sie sogar in zwei Bereiche auf.
Bier:
Eine 0,6Liter Flasche (eine in ganz Asien verbreitete Größe) des erstaunlich leckeren „Saigon Beer“ kostet in vietnamesischen Restaurants meist um die 10.000 Dong, was umgerechnet 40ct entspricht.
Hochprozentiges:
Um das für den europäischen Magen gewöhnungsbedürftige Essen in Laos besser verarbeiten zu können, beschlossen wir uns, mit rein medizinischen Intentionen, eine Flasche Schnaps zuzulegen. In einer Art Wellblechverschlag-Kiosk wurde uns vom zahnlosen Besitzer voller Überzeugung seine beste Flasche empfohlen: laotischer „Black Special“ Whiskey! Bei 2€ für den Liter kamen wir vor Erstaunen und mehrmaliger Preisnachfrage gar nicht auf die Idee zu verhandeln. Der Hostelbesitzer entgegnete unsere euphorischen Berichte über den kürzlich ertstandenen Johnnie Walker Verschnitt aber nur mit einem schmunzelnden: „normalerweise bekommt ihr die für den halben Preis“. Nicht weiter schlimm, am Ende hätte mir wohl auch der Ladenbesitzer mein Wechselgeld in heimischen Früchten zurückgegeben.

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Eigenartigstes Gericht:

Natürlich hat jeder schon einmal davon gehört, dass man in Bangkok alles Mögliche Krabbeltier verspeisen kann. S standen auch für uns Kakerlake, Mehlwürmer, Heuschrecken, eine haarige Tarantel, usw. auf dem Speiseplan. Wenn man nicht darüber nachdenkt, was genau man da isst, schmeckt’s auch eigentlich erstaunlich gut. Meinen ausgefallensten Favorit gab es allerdings in Kambodschas Hauptstadt. Beim nächtlichen Spaziergang entlang der Mekong Promenade wurden uns von einem transportablen Essensstand gegrillte Spatzen angeboten. Ja genau, die kleinen, allgegenwärtigen braunen Vögel die bei uns im Sommer die Brotkrümel im Biergarten aufpicken. Und zwar im Ganzen. Also so mit Kopf, Schnabel und Füßen … aber (größtenteils) ohne Federn. Schmeckt ein wenig wie Hühnerleber.

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Nils Finger absolvierte sein Auslandssemester 2014/15 in Taiwan. In seinen Blogartikel berichtet er über seine Erfahrungen

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