LALos Angeles-Die Stadt der Engel liegt im Bundesstaat Kalifornien, dem Sonnenstaat Amerikas. Für mich als alte Sonnenanbeterin also das perfekte Ziel! Nebenbei ist Los Angeles die zweitgrößte Stadt in den USA dabei habe ich doch immer die Vorzüge einer so kleinen Stadt wie meinem geliebten Mainz genossen. Aber jetzt war es an der Zeit für ein Abenteuer.

Für die erste Zeit, sprich eine Woche, habe ich eine Unterkunft über airbnb gebucht. Ganz entspannt kam ich in LA an, ohne jegliche Ängste keine Wohnung in dieser Zeit zu finden. Wird schon alles gut gehen dachte ich mir, kein Stress – ganz entsprechend der kalifornischen Mentalität. Leider war das nicht der Fall, die erste Woche war unglaublich stressig, alle Wohnungen waren bereits vermietet, weil nach dieser Woche schon die Universität startete. Panik machte sich bei mir auf. Letztendlich ergriff ich aber den Mut als ich ein schönes Apartment gefunden hatte, es einfach selbst zu mieten – room mates würden schon nachkommen. Und so war es auch.

Die Wohnung war nun also sicher und ich verstand mich auch bestens mit meinen zwei neuen Mitbewohnerinnen. Voller Freude ging es dann zu den Orientierungstagen in der Universität, die ich mit großer Enttäuschung wieder verließ: Ich war in keinem einzigen Kurs eingeschrieben. Zwar habe ich schon Monate zuvor eine Liste von acht Kursen, die ich gerne belegen möchte abgeschickt, doch diese wurden mir, sowie dem Großteil der Austauschschüler, verwehrt. Nun hieß es „class crashing“. Man sucht sich Alternativkurse raus, geht dort in den Unterricht, stellt sich dem Professor vor und fragt nach einer „Permission Number“ – sind Studenten, die in den Kurs eingeschrieben waren, nicht anwesend, so kriegt man diese Nummer, um sich dann im Büro für genau diesen Platz einschreiben zu lassen. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Alles war sehr vage und irgendwie machte sich doch Panik breit: Was, wenn ich nicht alle Kurse bekomme? Oder was, wenn ich genug Kurse bekomme, aber diese nicht den Anforderungen meiner Heimatuni entsprechen und ich somit diese Kurse nicht anerkannt bekomme? Als ich mir mein Auslandssemester in Kalifornien vorgestellt habe, dachte ich schließlich viel mehr an party crashing als an class crashing. Wie dem auch sei, im Endeffekt habe ich alle meine Kurse (sogar die, die ich präferiert habe) bekommen. An dieser Stelle sei aber auch gesagt, dass das nicht für alle der Fall war – für einige ging es wieder zurück in die Heimat.LA 2

Das Unileben und die Studenten sind genauso wie man es aus jeglichen High School/College-Filmen kennt. Es ist immer etwas los auf dem Campus, mal gibt es kostenlose Pizza, mal gibt es kostenlose Hot Dogs. Jeden Tag wird man von etwas Neuem überrascht. Mal marschiert eine Blaskapelle quer durch den Campus, mal steht am helllichten Tag ein DJ an seinem Pult und legt lautstark seine Musik auf. Unzählige studentische Verbindungen und Clubs stellen ihre Stände auf und versuchen Studenten zu „rekrutieren“ – darunter auch der wohl bekannte Cheerleader Squad. Der Stolz der Amerikaner reißt einen mit: sie lieben ihre Uni und Gemeinschaft steht an oberster Stelle. So macht das Studieren gleich viel mehr Spaß! Das geht so weit, dass ich schon in jeglichen WGs groß unsere CSUN-Uniflagge habe hängen sehen.

Wenn ich eines bisher über Amerikaner gelernt habe, dann ist es, dass sie genau eines lieben: sich selbst zu präsentieren. Peinliche Gesprächspausen wird es schlichtweg nicht geben, es gibt schließlich immer was zu erzählen – und zwar über sich selbst.

LA2Langweilig wird es hier dementsprechend nie – mein erster Monat ist nun zu Ende gegangen und obwohl ich das Gefühl habe, das ganze Abenteuer beginnt erst jetzt, wo endlich alles in trockenen Tüchern ist, habe ich schon so viel erlebt und frage mich, wie das alles noch in der verbliebenen Zeit getoppt werden kann. Getreu dem Motto „The best is yet to come“ freue ich mich wahnsinnig noch drei weitere aufregende Monate hier verbringen zu dürfen.

Zur Person: Evelyn Ribel studiert an der European Management School in Mainz International Culture and Management. Momentan absolviert sie ihr Auslandssemester in Los Angeles.

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